Zu einem richtigen Schwingfest gehört ein stolzer Muni. Züchter Arthur Leu aus Beinwil im Freiamt rühmt «Stracciatello» als «besonders charakterstark». Und nahezu stoisch ertrug das für den grossen Augenblick besonders herausgeputzte Tier die mit Champagner vorgenommene Taufe. Der im September 2014 geborene Muni stammt vom berühmten «Lexus» ab und bringt es bereits auf beachtliche 84 Punkte.

Vorgenommen wurde die Namensgebung durch zwei Vertreter der Aargauischen Kantonalbank. Stefan Liebich, Mitglied der Geschäftsleitung, und Ursula Diebold, Leiterin Kommunikation, sind nun Götti und Gotte von «Stracciatello». «Den Namen haben unsere Mitarbeiter in einem Wettbewerb bestimmt», so Diebold nach dem Taufakt.

Gabentempel von 80 000 Franken

Den zahlreichen Gästen und Besuchern an der Munitaufe wurden gestern auch die beiden andern Lebendpreise präsentiert: Das Rind «Alpina» und das Fohlen «Skaya». Gesamthaft weist der Gabentempel für die Teilnehmer am Kantonalschwingfest vom 5. Juni einen Wert von rund 80 0000 Franken auf.

Wie OK-Präsident Erich Renfer in seiner Begrüssungsansprache erwähnte, beläuft sich das Gesamtbudget des dreitägigen Anlasses, an dem neben dem urchigen Sport die Geselligkeit nicht zu kurz kommen soll, auf rund eine halbe Million Franken. Solche Kosten könne man nur stemmen, wenn man auf die Unterstützung zahlreicher Sponsoren zählen könne, so Renfer.
Neben Finanzen braucht ein solcher Grossanlass auch zahlreiche Helfer. 450 Personen braucht Personalchef Martin Buchmann, davon allein etwa 350 am Haupttag, dem Sonntag. «Es ist erfreulich, wie viele Vereine mitmachen», freut sich Buchmann, macht aber darauf aufmerksam, dass die Rekrutierung noch nicht ganz abgeschlossen ist: «Noch suchen wir etwa 20 bis 30 Helfer.»

Für die Wettkämpfe am 5. Juni werden etwa 3500 bis 4000 Zuschauer erwartet. Eine stolze Zahl, ist doch Lenzburg nicht gerade bekannt als Schwingerhochburg. Doch die Resonanz, die der Anlass in Stadt und Region ausgelöst hat, nährt diesen Optimismus. Aufgrund des bisher guten Verlaufs des Vorverkaufs ist bereits eine dritte gedeckte Tribüne vorgesehen.

Munitaufe für das Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg

Munitaufe für das Aargauer Kantonalschwingfest in Lenzburg

«Für Lenzburg ist eine Munitaufe inmitten der Stadt ein ungewöhnlicher Anlass; für die Schwinger ist vielleicht der Rahmen etwas ungewöhnlich», hiess Stadtammann Daniel Mosimann die Schwingerfamilie in den Arkaden unter dem Alten Gemeindesaal willkommen. Und launig fuhr er mit einem historischen Exkurs fort: «Vierbeinige Grossvieheinheiten gibt es in der Stadt keine mehr, aber zweibeinige ‹Kälber› hat es schon noch.» Er sei froh, dass das OK diese Chance bei den Hörnern gepackt habe.

«Stracciatello» hat zwar keine Hörner, aber sonst viel Substanz. Er soll «seine ausgezeichnete Genetik» (Züchter Leu) möglichst zahlreichem Nachwuchs mitgeben. Er soll nach dem Schwingfest in der Zucht eingesetzt werden.