Wenn der Steuerfranken auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten so munter sprudelt, darf man bei Investitionen zum guten alten Metzgerei-Spruch greifen: «Dörfs es Bitzeli meh si?» Meisterschwanden will sich einen neuen Werkhof leisten, der im Gebiet Basmätteli die bisherigen, verstreuten Standorte zusammenfasst.

Für das Projekt wird an der Gemeindeversammlung von morgen Mittwoch ein Verpflichtungskredit von erklecklichen 4,5 Millionen Franken beantragt. Dies ist viel Geld für einen dreigeteilten Werkhofunterstand und eine separate Entsorgungsstation.

Speziell exponierte Lage

Das vorgesehene Areal Basmätteli ist auf mehrere Arten speziell exponiert. Der Werkhof kommt an der Aescher-strasse am südlichen Dorfeingang zu stehen und entscheidet über den ersten Eindruck, den Besucher des Dorfes enthalten. Nicht zuletzt deshalb hat der Entwurf «Ensemble» des Planerteams Aeschlimann Hasler Partner Architekten AG die Jury, die total 51 Eingaben zu beurteilen hatte, am meisten beeindruckt.

«Ensemble» sieht zwar versetzte, doch einfache Bauquader vor, die hinter einer Fassade aus ökologischem Holz versteckt werden. In seiner Versammlungsvorlage schreibt der Gemeinderat von einem «klassischen schlichten Kleid eines öffentlichen Dienstbetriebes». Die Zugangsfunktion ist ebenfalls gewährleistet: Der Werkhof «gibt eine sehr gelungene Visitenkarte für den Ortseingang von Meisterschwanden ab».

Unterkellerung kostet 3,9 Mio.

Der Baugrund ist jedoch nicht nur ober-, sondern auch unterirdisch diffizil. Im letzten Jahrhundert wurde hier eine Senke mit Bauschutt und Aushubmaterial aufgefüllt. Entnommene Proben zeigten auf, dass ein Teil des Auffüllmaterials als Sondermüll gilt. Der Gemeinderat schlägt deshalb eine einfache Ausführung ohne Unterkellerung vor. So würde die minime Entsorgung der Altlasten und einer anschliessenden Versiegelung lediglich 440 000 Franken kosten.

An einem Informationsabend wurde aus der Bevölkerung angeregt, eine Unterkellerung nochmals zu prüfen. Diesem Wunsch kam der Gemeinderat nach. Mit einem Mehrgeschoss unter der Erde würde die Altlastenentsorgung allein eine Million Franken mehr kosten und das ganze Projekt 3,9 Millionen teurer. Das Kosten-/Nutzenverhältnis lasse also eine Unterkellerung nicht rechtfertigen, so der Gemeinderat.

Geld liesse sich in Meisterschwanden ja schon auftreiben, schliesst doch die Jahresrechnung 2015 mit einem gut 1,2 Millionen Franken besseren Ergebnis ab, als das Budget vorsah. Obwohl die Einkommens- und Vermögenssteuern auch hier hinter den Vorgaben blieben, liegt der gesamte Fiskalertrag 1,8 Mio. höher als im Budget und gut 1,5 Mio. höher als in der Rechnung 2014.

Da lässt sich ein zweiter Kreditantrag an der morgigen Gmeind verkraften: Für 2,45 Mio. soll die Erschliessung Fabrikgässli–Eggenstrasse à jour gebracht werden, und zwar mit der Sanierung der Wasserleitung, der Ergänzung der Schmutzwasserleitung, dem Bau einer Meteorwasserleitung und einer Strassenanpassung.