Seengen
Steinzeitwerkstatt hinterlässt eine grosse Lücke

Der Gemeinderatbedauert den Umzug von Max Zurbuchens Steinzeitwerkstatt nach Boniswil. Was mit dem frei gewordenen Kellergewölbe des Burgturms passiert, ist unklar.

Pascal Meier
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Die Steinzeitwerkstatt war imErdgeschoss des «Burgturms» (Eingang links) untergebracht.PI

Die Steinzeitwerkstatt war imErdgeschoss des «Burgturms» (Eingang links) untergebracht.PI

Ganze 40 Jahre lang hat der bekannte Steinzeit-Experte Max Zurbuchen in Seengen Schüler, Studenten und Vereine in seiner Steinzeitwerkstatt begrüsst – zuerst im Kornhaus vom Schloss Hallwyl, ab 1982 dann im Keller des Burgturms.

Seit ein paar Wochen jedoch wird in Seengen kein Stein mehr geschliffen und kein Korn gemahlen: Weil der Burgturm-Keller für die ständig expandierende Steinzeitwerkstatt zu klein geworden ist, und auch die fehlenden Toiletten ein ständiges Ärgernis waren, hat Max Zurbuchen seine ganze Werkstatt während der Sommerferien nach Boniswil gezügelt. Nun entführt er dort im ehemaligen Landi-Lager beim Bahnhof Steinzeit-Fans jeden Alters in die Zeit der Ur-Seetaler (siehe az Aargauer Zeitung vom Samstag).

Keine Alternative in Seengen

Der Seenger Gemeinderat bedauert den Wegzug der bekannten Werkstatt. «Es ist schade», sagt Frau Gemeindeammann Nelli Ulmi, «auch weil die Werkstatt vom Seenger Ehrenbürger Dr. Reinhold Bosch gegründet worden war.» Der Gemeinderat habe aber Verständnis für Max Zurbuchens Entscheid. «Der Platz im ‹Burgturm› ist wirklich zu knapp geworden», so Ulmi.

Um die Steinzeitwerkstatt in Seengen zu behalten, hat Max Zurbuchen zusammen mit dem Gemeinderat und der Historischen Vereinigung Seetal und Umgebung Alternativen gesucht. Ohne Erfolg. «Leider können wir nichts anbieten», sagt Nelli Ulmi. Gewisse Anpassungen im Burgturm wären möglich gewesen, hätten das Platzproblem aber nicht gelöst. Nun steht das Kellergewölbe leer. Wie der Raum künftig genutzt wird, ist laut Ulmi noch unklar. Das denkmalgeschützte «Haus zum Burgturm» gehört der Einwohnergemeinde.

Der Abschied von Seengen war auch für Max Zurbuchen nicht einfach. Mit dem Umzug nach Boniswil bleibt die Steinzeitwerkstatt jedoch im Seetal, was für den Archäologen und Prähistoriker wichtig war.