Die Pfahlbauten im Hallwilersee gehören zum Unesco-Weltkulturerbe, das Museum Burghalde in Lenzburg betreut die bedeutende Sammlung von Pfahlbaufunden und vermittelt das Wissen über die Techniken der Steinzeit mit praktischem Werken in der Urgeschichtswerkstatt.

Gegen hundert Schulklassen jährlich besuchen das Stadtmuseum, wobei das Interesse der Kinder vor allem der Urgeschichte gilt, wo sie selber anpacken und ein Souvenir aus der Steinzeit mit nach Hause nehmen können. «Viele begeisterte Jugendliche kommen nach einem Schulbesuch mit ihren Angehörigen zurück ins Museum, um ihnen zu zeigen, wie und was sie gebastelt haben», begründet Museumsleiterin Christine von Arx die neue Aktion «Offene Werkstatt für Familien».

An vier Sonntagnachmittagen dürfen Jung und Alt in der Urgeschichtswerkstatt selber Hand anlegen und erleben, wie einfallsreich und raffiniert die Menschen vor 5000 Jahren Werkzeuge und Dinge des täglichen Gebrauchs herstellten. Durch eigenes Experimentieren wird die prähistorische Zeit wirklich greifbar und erlebbar, ergänzend zur Besichtigung der Original-Funde in der archäologischen Sammlung. Die Kulturvermittlerinnen Regine Weber und Stefanie Brunner begleiten die Besucher mit Rat und Tat.

Schmucke Steinzeit

Der Wunsch nach Verschönerung ist so alt wie die Menschheit. In der Steinzeit schmückte man sich mit Halsketten und Armreifen aus Perlen, Schnecken, Muscheln, Tierzähnen und Knochen; aus Stein entstanden Amulette, die als Talisman für Glück im Haus und auf der Jagd sorgen sollten. Am Sonntag, 4. März, werden steinzeitliche Schmucktrends erforscht und ein persönliches Schmuckstück hergestellt.

Töpfern und Verzieren wie die Pfahlbauer am Hallwilersee steht am 6. Mai auf dem Programm. Keramik-Fachfrau Erika Berdelis demonstriert die Geheimnisse der uralten Technik, und dann formen und gestalten die Besucher ein Töpfchen oder einen Becher. Auch hier werden Original-Gefässe aus dem Hallwilersee präsentiert und kommentiert.

Am 2. September wird gerüstet, geschnitten, gemahlen, gebacken und gekocht und die Steinzeit-Spezialitäten wie Fladenbrot und Eintopf genossen, welche auf dem – natürlich selber mit Feuerstein und Zunder entfachten – offenen Feuer zubereitet worden ist.

Wenn die Nächte länger und kühler werden, besteht am 4. November Gelegenheit, mit Pfahlbau-Feuerzeugen Wärme und Licht zu erzeugen. Seit die Menschen diese Techniken beherrschen, könn(t)en sie auf Rohkost und blutige Steaks verzichten, den Tag verlängern und den Winter überstehen. Eine Führung durch die Ausstellung zeigt die epochale Entwicklung vom Feuerstein bis zum LED-Lämpchen.

Die «Offene Werkstatt» mit Museumsbesichtigungen dauert jeweils von 13 bis 17 Uhr, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.