«Wir haben beim Gemeinderat Schafisheim eine Fristerstreckung beantragt, um die geforderten Qualifikationen bei den Betreuerinnen in der Kinderkrippe Farfallina zu erreichen», sagt Lucio Carlucci, Präsident des Rudolf-Steiner-Schulvereins Aargau. «Auf der Basis der bisher unternommenen Schritte und Ausbildungsabklärungen» hätten die lokalen Behörden dies auch bewilligt. «Wir haben nun bis Ende Juli, also bis zum Beginn des neuen Schuljahres Zeit», sagt Carlucci.

Als Auflage hat der Gemeinderat per 8. Mai einen Zwischenbericht verlangt.

Carlucci ist überzeugt: «Insgesamt sind wir auf einem guten Weg – die ausländischen Diplome einer Betreuerin wurden inzwischen anerkannt, jene einer zweiten Betreuerin werden derzeit geprüft.»

Die Rudolf-Steiner-Schule arbeitet auch mit einer der externen Prüfstellen zusammen, welche die Berichte über die Betreuungssituation in der «Farfallina» verfasst haben. «Bei der Umsetzung der Massnahmen steht uns der Autor eines Berichts beratend zur Verfügung», erläutert Carlucci.

Untersuchung der Vorwürfe läuft

Thema war die Kinderkrippe der Rudolf-Steiner-Schule auch in einer Interpellation von Trudi Huonder (CVP, Egliswil), Esther Gebhard (EVP, Möriken) und Barbara Portmann (GLP, Lenzburg), welche der Regierungsrat beantwortet hat.

Während die Regierung bei der Kinderkrippe auf die Gemeinde als Aufsichtsorgan verweist, «kontrolliert das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) zusammen mit einem anerkannten Experten der anthroposophischen Pädagogik die Qualifikationen der aktuell tätigen Lehrpersonen».

Darüber hinaus hat das kantonale Inspektorat weitere Massnahmen eingeleitet, um die zum Teil massiven Vorwürfe von Eltern zu untersuchen.

So führt die Fachstelle Externe Schulevaluation eine Befragung aller Eltern durch, die Kinder an der Steiner-Schule haben, es gab mehrere Gespräche mit der Schulleitung, die Beurteilungsinstrumente der Schule werden überprüft und die externen Audits genau angeschaut. «Derzeit sind die letzten Abklärungen im Gang», sagt Irène Richner, Mediensprecherin beim BKS. «Wir rechnen damit, dass der Erziehungsrat Mitte Mai aufgrund des Berichts des Inspektorats entscheiden kann, ob weitere Massnahmen nötig sind», sagt sie.

Im Dezember hatten sich mehrere Eltern an die Medien gewendet und von Gewalt gegen Schüler, Mobbing, und schlecht qualifizierten Lehrpersonen an der Rudolf-Steiner-Schule in Schafisheim berichtet. Dennoch ist der Regierungsrat grundsätzlich der Meinung, die bestehende Aufsicht des Inspektorats im Bereich der Privatschulen sei ausreichend.