«Die Erdbeerernte ist für mich schon der Höhepunkt des Jahres», sagt Landwirt Stefan Zubler aus Schafisheim. Das Highlight bleibt aber von kurzer Dauer, denn die Saison ist nach etwas über einem Monat auch schon wieder vorbei.

«Ich habe in dieser Zeit viel Kontakt mit fremden Leuten – den Selberpflückern. Das ist immer spannend», erklärt Stefan Zubler.

Dass er zudem so viele Beeren direkt an die Konsumenten, ohne Handel zu betreiben, verkaufen könne, mache ihn stolz, sagt er. «Ich mag diese intensive Zeit, dann geht etwas. Doch ich bin auch froh, wenn es wieder vorbei ist», schmunzelt der Schafisheimer Bauer.

Probieren geht über studieren

Der 32-Jährige baut seit zehn Jahren Erdbeeren an. Er habe nie einen sogenannten Beerenproduzentenkurs besucht: «Ich will nicht von der Theorie lernen, ich probiere lieber gerne selber aus.» Neben dem «Learning by Doing» tauscht sich der Landwirt regelmässig mit Kollegen, die ebenfalls Beeren produzieren, aus.

Er lerne jede Saison wieder dazu: «Wenn man mehr und intensiver produziert, gibt es auch immer mehr Infos und Probleme, die auftauchen.»

Wenn der Bauer in die Vergangenheit zurückschaut, lächelt er. Denn laut eigener Aussage waren 90 Prozent seiner Ernten gut. «Der Grund für die schlechten Saisons waren viel Regen und mein Mangel an Erfahrung», ist Zubler selbstkritisch. Dabei hat er die Anbaufläche stetig von Jahr zu Jahr vergrössert. Er begann mit 5 Aren, heute sind es schon 50. «Zu Beginn konnte man die Erdbeeren nur selber pflücken. Heute werden zwei Drittel selber gepflückt, einen Drittel ernten wir und verkaufen sie auf dem Hof- und im Dorfladen.»

Neuer Rekord ist möglich

Im letzten Jahr erntete der Landwirt rund sechs Tonnen Erdbeeren. «Wenn wir heuer noch viel Sonne und keinen Dauerregen haben, dann könnten es 2012 sogar sieben Tonnen werden», ist Zubler optimistisch. Er ist seit zwei Wochen selber auf seinem Feld anzutreffen und seit letztem Montag sind auch die Selberpflücker aktiv. «Was die Selberpflücker betrifft, so bin ich froh, wenn diese morgens von 9 bis 12 Uhr bei uns vorbeikommen. Denn am Nachmittag habe ich auch noch andere Aufgaben anzupacken», sagt der Bauer.

Zubler hat neben der Erdbeerproduktion einen Hof zu führen. «Wir haben einen kleineren bis mittleren Ackerbaubetrieb mit Verarbeitungsgemüse wie Bohnen und Kartoffeln», so der Erdbeerproduzent. Ausserdem wären da noch das Milchvieh und die Mastschweine, um die er sich kümmern müsse. Zubler wird bei diesen Arbeiten von seinem Vater unterstützt. Dieser halte sich aber bei der Erdbeerenproduktion eher zurück.

Stefan Zubler isst selber nicht viele Erdbeeren: «Wenn man immer damit zu tun hat, kriegt man schnell genug davon», begründet er.