Schulraumplanung
Multifunktionell: Das neue Schulhaus in Staufen kann auch als Kindergarten dienen

Das Baugesuch für das rund 4 Mio. Franken teure «Schulhaus Zopf» liegt mittlerweile öffentlich auf. Mit seiner Bauweise soll es dem erwarteten Bevölkerungswachstum gerecht werden.

Anja Suter
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Im August 2021 soll mit dem Bau des Schulhauses Zopf begonnen werden. Geplanter Bezugstermin ist im Juli 2022.

Im August 2021 soll mit dem Bau des Schulhauses Zopf begonnen werden. Geplanter Bezugstermin ist im Juli 2022.

Zvg

Die Gemeinde Staufen hatte in den vergangenen Jahren ein grosses Wachstum zu verzeichnen. So wurde im September die 4000. Einwohnerin gefeiert. Das Wachstum zeigt sich auch in der Schule. Momentan gehen in Staufen 308 Kinder in fünf Kindergartenabteilungen und in zehn Primarschulklassen. 2024/25 erwartet der Gemeinderat zirka 394 Kinder, die in fünf Kindergartenabteilungen und in 14 bis 16 Primarschulklassen gehen.

Um diesem Wachstum gerecht zu werden, plant der Gemeinderat neuen Schulraum. Seit November 2019 informiert er regelmässig über das geplante Projekt. Ursprünglich war dabei die Rede von einem Doppelkindergarten mit einer Option auf eine dritte Abteilung. Diese Option wurde wenig später bereits eingelöst und man diskutierte über eine weitere Vergrösserung.

Schulhaus soll zwischen Gemeinde und Zopfhuus entstehen

Im vergangenen Jahr präsentierte die Gemeinde das Siegerprojekt «Drei Musketiere» für einen Vierfachkindergarten. Schon da war das geplante Gebäude so konzipiert, dass es nicht nur von Kindergartenabteilungen, sondern auch von Primarschulklassen genutzt werden konnte. Mittlerweile ist das Projekt einen Schritt weiter. Das Bau­gesuch liegt auf bis am 5. Mai. Darin ist die Rede vom «Schulhaus Zopf», nicht mehr vom «Kindergarten». Der neue Namen hat einen Grund: «Wir wissen noch nicht, ob wir das neue Gebäude nur für Kindergartenabteilungen nutzen, oder auch für Primarschulklassen. Das Schulhaus Zopf ist multifunktionell», sagt der zuständige Gemeinderat Gallus Zahno.

Das Schulhaus Zopf soll zwischen dem Gemeindehaus und dem Zopfhuus entstehen. Durch den Bau des dritten Gebäudes ergibt sich ein kleiner Gemeindeplatz. Die Kosten für den Neubau belaufen sich gemäss Baugesuch auf rund 3,8 Millionen Franken. An der Gemeindeversammlung im vergangenen November bewilligten die Stimmbürger einen Kredit in der Höhe von 4,34 Millionen Franken. Das Schulhaus ist als Holzbau geplant. Zudem soll auch ein Pavillon entstehen. Dieser dient als Lagerraum für Spielgeräte und als gedeckter Platz bei Regenwetter.

Gruppenräume sind auch für Logopädie-Stunden geeignet

Das geplante Projekt wird über zwei Stockwerke verfügen. Auf beiden sind jeweils zwei Schul- und Gruppenräume vorgesehen. Die Gruppenräume sind so konzipiert, dass sie unter anderem auch für Logopädie-Stunden genutzt werden können. Zwischen den Unterrichts­räumen befindet sich jeweils eine Verbindungstüre. Geplant ist ausserdem, dass die beiden Gruppenräume bei Bedarf gemeinsam genützt werden können. Sie sollen eine Faltwand als Raumtrennung erhalten.

Auf dem Dach des Gebäudes wird zudem eine Fotovoltaik­anlage installiert. Der erzeugte Strom soll im Gebäude verbraucht werden. Was nicht benötigt wird, wird ins öffentliche Netz eingespiesen. Somit haben alle öffentlichen Gebäude (Gemeindehaus, Zopfhuus, Schulhaus Zopf) an der Zopfgasse ein Solarkraftwerk auf dem Dach. Realisiert wird das Projekt von der BEM Architekten AG in Baden und von Schäfer Holzbautechnik und Generalunternehmung AG in Dottikon.

Das Terminprogramm ist ambitioniert. Im August 2021 soll mit dem Bau begonnen werden, heisst es auf dem Gemeinde­blog «5603 Staufen». Schon im Dezember soll der Rohbau vollendet sein, sodass im Juli 2022 das Schulhaus Zopf an die künftigen Nutzer, die Kinder, übergeben werden kann.