Lenzburg

Startschuss zum A1-Anschluss: Jetzt läuft das 75-Millionen-Bauprojekt

Für die Eröffnung der Grossbaustelle Knoten Neuhof wird Baudirektor Stephan Attiger zum Baggerführer.

Für die Eröffnung der Grossbaustelle Knoten Neuhof wird Baudirektor Stephan Attiger zum Baggerführer.

Baudirektor und Regierungsrat Stephan Attiger gab am heutigen Donnerstag den Startschuss zum Umbau des A1-Anschlusses. Vor allem der Bau des Tunnels Neuhof wird während der dreijährigen Arbeiten eine grosse Hürde darstellen.

In den kommenden drei Jahren erfährt das Bild Lenzburgs beim Knoten Neuhof sukzessive eine Veränderung. Für 75 Millionen Franken werden die staugeplagte Kreuzung entlastet und der laufend wachsende Verkehr kanalisiert. Täglich brausen dort rund 22 000 Autos vorbei. Viele von ihnen wollen auf die A1 oder kommen von dort.

Für den Spatenstich zum Grossprojekt kam «grosses Geschütz» zum Einsatz. Baudirektor Stephan Attiger ist gestern Morgen persönlich in die Baggerkabine gestiegen und hat die erste Schaufel in die Erde gerammt.

Für grosse Baustellen braucht es auch grosse Spaten. «Ein wegweisendes und wichtiges Projekt startet jetzt», rief Attiger den am Bau Beteiligten und geladenen Gästen zu. Sie waren zahlreich aufmarschiert und trotzten den drohenden Gewitterwolken, die über die Stadt zogen, und der eisigen Kälte, die sich unter Mantel und Jacken schlich.

Lenzburg feiert Spatenstich des Autobahnzubringers

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Der A1-Zubringer soll die Verkehrssituation der Stadt entlasten. Geplant ist, dass die Bauarbeiten Ende 2021 abgeschlossen sein werden.

Man hatte nichts dem Zufall überlassen und den Platz für den Festakt beim neuen Produktionsgebäude der Kromer Print AG im Hornerfeld kurzerhand asphaltiert. Niemand sollte im aufgeweichten Boden steckenbleiben.

Attiger sprach von Lenzburg als dynamischer Region mit zunehmendem Bevölkerungswachstum und steigender Mobilität und wies auf die weiteren anstehenden grossen Infrastruktur-Bauvorhaben in der Gegend hin: Unter anderem den Ausbau der A1, der Bünztalstrasse und dem «zu Stosszeiten nicht mehr zumutbaren Bahnhof Lenzburg».

Der heutige Tag war für den Baudirektor «ein freudiges Ereignis» und er meinte: «Jetzt geht es an den Kern der Sache. Die Baustelle gehört zu den derzeit grössten im Kanton.» Und mit einem Schmunzeln in den Mundwinkeln verriet Stephan Attiger den Anwesenden, weshalb er Baudirektor geworden ist. Es mache einfach grosse Freude, Infrastruktur bereitzustellen.

Tunnelbau dauert zwei Jahre

Stadtammann Daniel Mosimann unterstrich anschliessend die Wichtigkeit eines gut funktionierenden Neuhof-Knotens für die Region. Zum grossen Ereignis war der Stadtrat in corpore erschienen.

Das sei jedoch nicht nur am heutigen Feiertag so, sagte Mosimann und lachte. Und er erinnerte daran, wie der Stadtrat im Vorfeld der Referendumsabstimmung geschlossen an vorderster Front für das Projekt gekämpft hatte. Damals hatten alle fünf Stadträte in der Januarkälte 2013 an der Neuhofkreuzung Flyer verteilt.

Wie sieht nun der Zeitplan für die Ausführung aus? Rund ein halbes Jahr rechnet man für den Bau der Spange Hornerfeld. Der 300 Meter lange neue Strassenabschnitt verbindet die Hendschikerstrasse via Gexi-Kreisel mit der Badenerstrasse.

Diese Arbeiten tangieren die vorbeifahrenden Fahrzeuge nicht. Das ändert sich, wenn anschliessend das Kernstück des gesamten Projekts, der Tunnel Neuhof, erstellt wird. Während rund zwei Jahren muss mit massiven Verkehrsbehinderungen gerechnet werden. Nach seiner Fertigstellung geht es über den Tunnel von der Autobahn direkt in Richtung Bünztal und umgekehrt.

Der Ausbau des Knotens Neuhof bringt zudem Verbesserungen für den Langsamverkehr und den öV. Künftig werden die Regionalen Busbetriebe eine neue Haltestelle «Industrie Gexi» anfahren. Laut dem kantonalen Baudepartement dauert es bis Ende 2021, bis alle Arbeiten abgeschlossen sind.

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