Lenzburg

Startschuss zu preiswerten Alterswohnungen

Die drei Pavillons (vorne) werden durch einen Neubau ersetzt.

Die drei Pavillons (vorne) werden durch einen Neubau ersetzt.

Mit dem Rückbau der Pavillons entsteht in der «Oberen Mühle» in Lenzburg wieder eine Baustelle. Das innovative Neubau-Projekt wird von der Age-Stiftung gefördert.

Wenn am Montag an der Bachstrasse beim Alterszentrum Obere Mühle in Lenzburg die Bagger auffahren, wird ein Bauprojekt gestartet, welches laut der Age-Stiftung, Zürich, innovativen Charakter hat und deshalb von ihr mit Fördergeldern unterstützt wird. «Einiges, was bei anderen Organisationen angedacht ist, wird hier seit Langem erprobt und erfolgreich umgesetzt», führt «Age» auf ihrer Website als Kommentar zum Lenzburger Bauprojekt an.

Worum geht es konkret? Die gut 50-jährigen Pavillons mit Alterswohnungen werden ersetzt durch einen Neubau. Die Obere Mühle Alterswohnungen AG (OMA) realisiert eine Baute mit total 42 Kleinwohnungen (36 2-Zimmer- und 6 1-ZimmerWohnungen). Was die Wohnungen speziell auszeichnet: Sie sind alle ergänzungsleistungskompatibel. Ein Kriterium, an dem die Age-Stiftung Gefallen gefunden hat. Der Begriff «ergänzungsleistungskompatibel» heisst so viel wie: bezahlbaren Wohnraum schaffen für Menschen, die im Alter nicht auf Rosen gebettet und auf Ergänzungsleistungen angewiesen sind. Für sie baut die OMA die neuen Wohnungen.

Die Mietpreise betragen maximal 1200 Franken pro Monat. Dieser Betrag habe den Kostenrahmen für den Neubau vorgegeben, erklären OMA-Verwaltungsratspräsidentin Heidi Berner und Architekt Fred Zimmerli, der im Verwaltungsrat für das Ressort Bau zuständig ist. 10,8 Millionen Franken sollen die Alterswohnungen kosten. «Eine Baute für diesen Betrag zu erstellen, ist kein Spaziergang», hält Zimmerli fest.

Grundsteinlegung für Neubau ist im April

Um welchen Betrag es sich bei den Fördergeldern der Stiftung Age handelt, mochte Heidi Berner nicht sagen. Die zusätzlichen finanziellen Mittel sollen jedoch dazu beitragen, die Tragbarkeit des Projekts zu verbessern, erklärt sie. Der «Age»-Beitrag ist an Auflagen gebunden: Die OMA muss ihre Erfahrungen mit dem Projekt für andere zugänglich machen.

In einem ersten Schritt werden nun zwei der drei Pavillons (Mühleweg Nr. 16 und 18) abgebrochen. An deren Stelle kommt anschliessend ein neuer Baukörper zu stehen. Die Grundsteinlegung zum 4-stöckigen Neubau von Stoos Architekten AG in Brugg ist für April geplant. Sie soll in einem feierlichen Akt gemeinsam mit den Bewohnern erfolgen.

Die Bewohner der Alterswohnungen mussten vorübergehend umplatziert werden. Heidi Berner ist erleichtert, dass für alle eine gute Zwischenlösung gefunden werden konnte. Einige der Bewohner sind im Pavillon Nr. 14 einquartiert, der noch stehen bleibt. Er wird nach Bezug des Neubaus im Sommer 2021 zurückgebaut. An dessen Stelle wird eine öffentliche Parkanlage erstellt.

Knapp vier Jahre nach dem Bezug des neuen Pflegeheims der Alterszentrum Obere Mühle AG steht also das nächste Grossprojekt der «Oberen Mühle» an: «Es ist ein geniales Bauprojekt und lässt viel Freiraum für eine öffentliche Parkanlage», sagt Verwaltungsratspräsidentin Berner. Dabei schmunzelt sie und verspricht, den verschiedentlich geäusserten Wunsch nach einer Sitzbank unter einem Baum im neuen Park zu reali­sieren.

Was passiert mit dem Baumbestand auf dem Areal der heutigen Alterswohnungs-Siedlung? «Was mit vertretbarem Aufwand erhalten werden kann, bleibt bestehen», erklärt Baukommissionspräsident Fred Zimmerli. Dies gelte vor allem für die Bäume entlang der Bachstrasse. Für jene Bäume, die weichen müssen, soll es im Rahmen des Umgebungskonzepts einen Ersatz geben.

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