In keiner anderen Aargauer Gemeinde wird derart viel in Museen investiert wie in Lenzburg. Gleich zwei Baustellen für neue Kulturhäuser konnten am Samstag besichtigt werden: Am Morgen zeigten die Verantwortlichen des Museums Burghalde den Fortschritt der Umbauarbeiten, am Abend konnte das «Haus der Gegenwart», der Neubau des Stapferhauses, besichtigt werden.

Der Name bleibt

Derart viele Leute wollten den Rohbau des «Hauses der Gegenwart» besichtigen, dass es im engen Treppenhaus zu richtigen Staus kam. Die Wendeltreppe, auf welcher später die Ausstellungsbesucher in die verschiedenen Stockwerke gelangen sollen, wird nämlich erst Anfang Dezember eingebaut.

Trotzdem konnten die Besucher sehen, dass das neue Haus viele Möglichkeiten für eine flexible Nutzung bieten wird. Je nach Ausstellungsbedürfnis können Luken geöffnet oder Räume unterteilt werden. Um das noch fehlende Geld, rund eine Million von 24,8 Millionen Franken, zusammenzubringen, werden zusätzliche Anstrengungen bei der Sammlung von Gönnerbeiträgen unternommen.

Auch den neuen Namen gab Sibylle Lichtensteiger, Leiterin des Stapferhauses, bekannt: Es bleibt der alte, nämlich «Stapferhaus:». Neu ist nur der Doppelpunkt. «Er soll auf das, was kommt, was wichtig ist, hinweisen», erklärte Lichtensteiger.

Burghaldenumbau kommt voran

Auch im Museum Burghalde wird vieles neu, allerdings erfolgt der Umbau innerhalb des bestehenden Gebäudes, das aus dem Jahr 1628 stammt. Am Samstagmorgen waren die Ortsbürgerinnen und Ortsbürger zu einer Baustellenbesichtigung eingeladen und erfuhren, wie sich das Museum für die Zukunft rüsten will.

Christine von Arx (2. von links) erklärt, welche Neuerungen im Museum Burghalde geplant sind.

Baustellenbesichtigung im Museum Burghalde

Christine von Arx (2. von links) erklärt, welche Neuerungen im Museum Burghalde geplant sind.

«Es wird eine vielseitige Ausstellung geben, in welcher man viel drücken und machen kann, wie in jedem modernen Museum», versprach Urs F. Meier, Präsident des Stiftungsrates. Es sei jedoch eine grosse Herausforderung, alte Bausubstanz und neue Technik miteinander zu verbinden.

Bereits konnten sich die Baustellenbesucher vom neuen Eingangsbereich, der viel grosszügiger sein wird als bisher, ein Bild machen. Das Museum soll in einem Rundgang besichtigt werden können, dazu wurde ein neues Treppenhaus gebaut. Von dort aus wird durch ein Dachfenster das Schloss Lenzburg zu sehen sein.

Im Dachgeschoss sind die schönen alten Balken und die Dachkonstruktion sichtbar. «Es wird eine Konstruktion geben, die ins Dach hinaufwächst», verriet Museumsleiterin Christine von Arx.

Im Allgemeinen wird die Inneneinrichtung jedoch möglichst dezent gehalten, damit die Ausstellungsstücke besser zur Geltung kommen. Vom ersten Stock aus wird man auf das Prunkstück der Burghalde, das jungsteinzeitliche Grab, hinunterschauen können. Raumbilder sollen das Museum nicht nur beleuchten, sondern auch die Ausstellung ergänzen.

Von den rund 7 Millionen Franken Gesamtbaukosten tragen die Ortsbürger 4,5 Millionen, die Stiftung Burghalde den Rest. Die Arbeiten verlaufen nach Zeitplan. «Der Umbau ist für uns eine grosse Herausforderung, die aber viel Freude macht», erklärte Christine von Arx. Bereits läuft die Planung der neuen Dauerausstellung auf Hochtouren, damit zur Eröffnung Ende September 2018 alles bereit ist.