Lenzburg

Stadtrat will lokales Einkaufen belohnen – doch es gibt Kritik

Pfingstsonntagnachmittag in der Rathausgasse: Als Folge von Corona dürfen die Restaurants draussen mehr Tische aufstellen.

Pfingstsonntagnachmittag in der Rathausgasse: Als Folge von Corona dürfen die Restaurants draussen mehr Tische aufstellen.

Mit einer halben Million Franken will der Stadtrat in Lenzburg ein Prämiensystem lancieren, um die volkswirtschaftlichen Schäden von Corona zu mindern. Erste kritische Stimmen dazu werden bereits laut.

Die Stadt Lenzburg hat bereits verschiedene Massnahmen getroffen, um die Folgen der Coronapandemie für die lokale Wirtschaft abzufedern. Eine halbe Million Franken stellt der Stadtrat als rückzahlbare Darlehen zur Verfügung, Restaurants und Läden müssen für die Benutzung der öffentlichen Fläche im laufenden Jahr keine Gebühr bezahlen und der Kauf von Lenzburger Gutscheinen wird mit Gratisparkjetons gesponsert.

Jetzt legt der Stadtrat ein weiteres Coronaförderpaket vor. Sowohl das lokale Gewerbe als auch die Konsumenten sollen davon profitieren. Dem Stadtrat schwebt ein Bonussystem vor, das bei den Konsumenten Anreiz schaffen soll, ihre Einkäufe vermehrt bei lokalen Anbietern zu tätigen. Auch Gastrobetriebe und Anbieter der Wochenmärkte sind in dieser Aktion mit einbezogen.

Aktion soll nachhaltigen Charakter haben

Dafür beantragt der Stadtrat beim Einwohnerrat an der Sitzung vom 18. Juni einen Verpflichtungskredit von 500'000 Franken. Diese ausserordentliche Finanzspritze ermöglicht Spezialrabatte, die, gemäss der Botschaft des Stadtrats, «einen lokalen Konsum von über 10 Millionen Franken positiv beeinflussen können». Geht es nach den Vorstellungen des Stadtrats, soll diese Aktion nachhaltigen Charakter haben und das Bonussystem in Lenzburg weitergeführt werden, auch nachdem die Steuergelder aufgebraucht sind.

Aus dem Gewerbe habe es positive Signale auf den Vorschlag gegeben, schreibt der Stadtrat. Die Aktion soll mit dem Gewerbeverein Lenzburg & Umgebung und der Vereinigung Centrum Lenzburg umgesetzt werden. Gibt der Einwohnerrat grünes Licht, wird das Rabattsystem bis spätestens im Herbst dieses Jahres gestartet. Im Finanzplan sind keine Mittel für diese Wirtschaftsförderung eingestellt. Die Pandemie und deren wirtschaftliche Folgen seien nicht absehbar gewesen, hält der Stadtrat dazu fest.

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