Lenzburg
Stadtmuseum macht Schönheitsschlaf

Mit Musik, Kutschenfahrten und einer Schatzsuche schliesst das Museum Burghalde für den Umbau seine Tore.

Markus Christen
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Finissage im Museum Burghalde. Das Lenzburger Museum wird für den Umbau geschlossen.
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Christine von Arx und Heiner Halder liefern sich ein Wortgefecht.
Museum Burghalde Finissage
Museum Burghalde Finissage
Museum Burghalde Finissage Museum Burghalde Finissage
Museum Burghalde Finissage
Museum Burghalde Finissage
Museum Burghalde Finissage
Museum Burghalde Finissage
Museum Burghalde Finissage

Finissage im Museum Burghalde. Das Lenzburger Museum wird für den Umbau geschlossen.

«Das Museum Burghalde ist nicht verstaubt, aber es ist veraltet. Es ist nötig, dass die Museumsinfrastruktur den heutigen Bedürfnissen angepasst wird», sagt Urs F. Meier. Der Präsident der Stiftung Museum Burghalde fasst seine Erwartungen hinsichtlich des bevorstehenden Umbaus des Museums zusammen: «Ich wünsche mir, dass Stadt und Region das Museum nach dem Umbau wahrnehmen, mehr noch als es bis jetzt der Fall war. Denn wer seine Geschichte nicht kennt, kann auch die Zukunft nicht bewältigen.»

In den kommenden 21 Monaten wird das Museum Burghalde für insgesamt
6,75 Millionen Franken komplett erneuert. Die Renovation umfasst die Neugestaltung der technischen Infrastruktur. Das gesamte Museum wird rollstuhlgängig gemacht. Was den Museumsinhalt betrifft, sollen insbesondere die Wirtschaftsgeschichte von Stadt und Region sowie die Geschichte des alten und des neuen Burghaldenhauses und seiner Bewohner stärkere Gewichtung erfahren.

Vorfreude auf Wiedereröffnung

Doch bevor sich das Lenzburger Stadtmuseum am Wochenende in den renovationstechnischen Schönheitsschlaf begeben hat, veranstaltete die Museumsleitung am Samstagnachmittag noch eine Finissage, zu der rund 170 Gäste begrüsst wurden. Stimmungsvoll wurde die Bedeutung des Hauses für die Stadt Lenzburg unterstrichen und Vorfreude verbreitet auf die Wiedereröffnung des Museums am 28. September 2018.

Im Burghaldenhaus gleich neben dem Museumsgebäude lud eine Teestube die Gäste dazu ein, sich «wie zu Ringiers Zeiten» zu fühlen. Bei einem Alphüttenkräutertee und bei Gebäck vertieften sich die Museumsbesucher in Gespräche.

«Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie sich das Museum nach dem Umbau präsentiert», sagte Max Bühlmann aus Möriken, der in Lenzburg aufgewachsen ist und das Stadtmuseum kennt seit den Tagen, als es noch im alten Landgericht beheimatet war. Doris und Hans Zimmermann aus Fislisbach haben das Museum Burghalde vor einem halben Jahr für sich «entdeckt» und schätzen gelernt und wollen nach dem Umbau ihre Freunde aus Deutschland nach Lenzburg mitbringen.

Urgeschichtswerkstatt in der «Seifi»

Gleich vor der Teestube, in der eisigen Kälte, wartete eine Kutsche, welche die Besucher auf eine kurze Stadtrundfahrt führte. Und für die jüngsten Museumsbesucher organisierte Museumspädagogin Ursina Zweifel eine spannende Schatzsuche, auf der die Kinder die Ausstellungsstücke des Museums ganz genau unter die Lupe nehmen konnten.

Unaufgeregt und begleitet von den zauberhaften Marimba- und Vibrafonklängen der Musiker Patrick Surek und Marcel Vogler ging der vorerst letzte Tag im Museum Burghalde über die Bühne. Ein Wortgefecht reich an Argumenten für und wider den Umbau lieferten sich vor dem Apéro noch Museumsleiterin Christine von Arx und Heiner Halder, der Mitglied der Stiftung Museum Burghalde ist. Die Argumente gegen den Umbau konnten am Ende nicht überzeugen. Am 1. Juni werden die Museumsschlüssel an die Architekten übergeben.

Ganz auf das Angebot des Museums Burghalde muss die Stadt in den kommenden 21 Monaten aber nicht verzichten. Die Urgeschichtswerkstatt, die im letzten Jahr 117 Schulklassen beim erlebnisorientierten Unterricht unterstützt hat, wird in der «Seifi» untergebracht und steht den Besuchern auch während der Umbauphase offen.

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