Lenzburg
«Stadt in Sicht!» – Eine Reise auf der Zeitachse des urbanen Bauens

Das Museum Burghalde zeigt mit «Stadt in Sicht!» Ansichten vom 15. Jahrhundert bis heute. Man findet dort die Lenzburger Stadtansichten aus privaten Leihgaben und den eigenen Beständen.

Heiner Halder
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In der Ausstellung «Stadt in Sicht!» im Burghaldemuseum wird Lenzburgs Altstadt museal verdichtet dargestellt. Mario Heller

In der Ausstellung «Stadt in Sicht!» im Burghaldemuseum wird Lenzburgs Altstadt museal verdichtet dargestellt. Mario Heller

Mario Heller

Die Grafen von Lenzburg, die Kyburger und die Habsburger wären immer noch stolz auf ihre Stadt, wenn sie nach vielen hundert Jahren heute vom Schloss hinunter in die Niederungen schauen könnten.

«Stadt in Sicht!»

Die Sonderausstellung «Stadt in Sicht! – Entdeckungsreisen auf Lenzburger Stadtansichten» dauert vom 19. September 2015 bis 14. August 2016 als Beitrag zum kantonalen Gedenkjahr «1415: Die Eidgenossen kommen!».

Vernissage am Freitag, 18. September 2015, 18 Uhr im Burghaldenhaus. Es sprechen: Jeanine Glarner, Historikerin und Grossrätin; Franziska Schürch, Kuratorin der Ausstellung; Urs F. Meier, Präsident Stiftung Museum Burghalde; Christine von Arx, Museumsleiterin. Patrik Lüscher und Hansjörg Vontobel vom Ensemble «i flauti» spielen auf einer musikalischen Zeitreise Blockflöte.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag, 14 bis 17 Uhr, Sonntag, 11 bis 17 Uhr.

Öffentliche Führungen: Sonntag, 20. September und 22. November, jeweils um 11 Uhr; Donnerstag, 15. Oktober und 10. Dezember, jeweils um 18 Uhr.

Denn sie würden sie in weiten Teilen wiedererkennen: «Das Städtebild von Lenzburg ist seit Jahrhunderten unverkennbar.» Mit diesen Worten würdigte Baudirektor Stephan Attiger am 1. November 2014 bei der Verleihung des Aargauer Heimatschutzpreises die Wiederherstellung des Altstadtkerns durch die Isegass 2000 AG und die Stadt. Ausgezeichnet wurde die «optimale Verbindung von Alt und Neu».

Wer in der Seifi den Rundgang durch die neue Wechselausstellung des Museums Burghalde mit den alten Ansichten der Stadt vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart abschreitet – der Beitrag zum kantonalen Gedenkjahr «1415: Die Eidgenossen kommen!» – mag dem Magistrat in den Grundzügen recht geben.

Allerdings: Was die Berner bei der Eroberung von Lenzburg anno 1415 sahen, ist auch längst Geschichte. In den Schweizer Chroniken fanden die Ereignisse ihren Niederschlag mit idealisierten Illustrationen, welche Lenzburg als intakte mittelalterliche Stadt mit hohen Mauern, Türmen und Toren darstellten.

Während der 350-jährigen Herrschaft Berns über Lenzburg entstanden zahlreiche weitere, zunehmend realistischere Stadtansichten. Bereits im 16. Jahrhundert wurde die Altstadt in der authentischen, bis heute weit und breit vorhandenen Ansicht dargestellt: Flankiert links vom Schlossberg mit der «Akropolis des Aargaus», rechts vom Staufberg mit der Kirche – ein nachhaltig beliebtes Sujet auch für Maler.

Im 17. Jahrhundert entstanden erste Pläne von der hufeisenförmig kompakt gebauten Stadt und der offenen Landschaft. Die Kupfer- und Stahlstiche im 18. Jahrhundert ermöglichten es schliesslich geschäftstüchtigen Verlegern, Stadtansichten als Massenware zu produzieren. Die Litho- und Fotografie im 19. und 20. Jahrhundert steigerte die Reproduktion der «Gebrauchskunst» zusätzlich.

Lenzburger Stadtansichten finden sich verbreitet in Büchern und auf Bildern, in Museen und Privathäusern. Museumsleiterin Christine von Arx und Kuratorin Franziska Schürch konnten ihre kleine, aber feine Auswahl aus eigenen Beständen und privaten Leihgaben treffen.

Der Fokus ist unter dem Motto «Stadt in Sicht!» auf den Stadtkern ausgerichtet. Was ging verloren, was kam hinzu, wie vertragen sich Alt und Neu? Der Bummel durch die museal verdichtete Altstadt entlang dem Bilderbogen von gezeichneten, gestochenen, gemalten und gedruckten Ansichten, ergänzt durch historische Objekte, ist eine spannende Entdeckungsreise auf der Zeitachse urbanen Bauens.

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