Lenzburg

Stadt hat Vorbehalte zum neuen SBB-Tunnel

Der geplante Tunnel darf gemäss Stadtammann Daniel Mosimann nicht zu einer Reduktion der Direktverbindungen vom Bahnhof Lenzburg aus führen.

Der geplante Tunnel darf gemäss Stadtammann Daniel Mosimann nicht zu einer Reduktion der Direktverbindungen vom Bahnhof Lenzburg aus führen.

Der neu direkt von Altstetten nach Rupperswil geplante Eisenbahn-Tunnel löst in Lenzburg nicht lauter Begeisterungsstürme aus: Aufgrund der bekannten Fakten sei es «schwierig, sich ein Bild zu machen», so Stadtammann Daniel Mosimann.

Im Hinblick auf das 5,5-Milliarden-Franken-Projekt müsse man sich «verschiedene Überlegungen machen». Mosimann macht ein Beispiel: «Führt der neue Tunnel bei uns tatsächlich zu einer Entlastung vom Güterverkehr? Ich habe da so meine Zweifel am Mischverkehr im neuen Tunnel.»

Wichtig für die Zugpassagiere aus Lenzburg und Umgebung ist natürlich das künftige Angebot am hiesigen Bahnhof. Eine Reduktion kommt für den Lenzburger Stadtammann nicht infrage: «Wir brauchen weiterhin direkte Inter-Regio-Verbindungen nach Zürich; also keine Züge, die dazwischen 20 Mal Halt machen.» Richtung Westen soll der Anschluss nach Olten weiterhin gewährleistet werden. «Am liebsten ohne Umsteigen», so Mosimann.

Gemäss den vorliegenden Skizzen des geplanten Trassee-Verlaufs führt der Tunnel direkt unter Schloss und Stadtzentrum von Lenzburg durch. Auch hier gelte es auf Details zu achten. Ob Baulärm oder Erschütterungen zu erwarten sind, kommentiert Daniel Mosimann nicht: «Aber auf unser Grundwasservorkommen in diesem Bereich muss man ein Auge werfen. Dieser Bereich darf nicht tangiert werden; das ist eine wichtige Lebensader für die Region Lenzburg und das Freiamt.»

Konkrete Sorgen macht sich Mosimann aber noch nicht; zeitlich noch viel zu weit weg ist die Realisierung des Projekts. Einschlägige Erfahrungen mit SBB-Vorhaben machen die Lenzburger Behörden ja mit dem Bahnhof.

Autor

Fritz Thut

Fritz Thut

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