Stadt Lenzburg

Stabiler Steuerfuss, Wachstum, aber mehr Schulden

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Das Budget 2012 der Stadt Lenzburg sieht bei einem gleich bleibenden Steuerfuss von 108 Prozent erstmals einen Gesamtaufwand und -ertrag von über 60 Millionen Franken vor.

Trotz happigen Beträgen, die dem Kanton etwa in den Bereichen Gesundheit und Bildung mehr abgeliefert werden müssen als bisher, weist der Voranschlag keine fundamentalen Einschnitte auf. Die Verantwortlichen – Finanzministerin Franziska Möhl und Leiter Finanzen Beat Lüscher – halten jedoch fest, dass es immer schwieriger wird, den Haushalt im Lot zu halten.

Eine Million mehr fürs Spital

Ein Vergleich der Budgetzahlen fürs laufende und fürs nächste Jahr zeigt mit grosser Deutlichkeit, dass immer mehr Aufgaben der öffentlichen Hand an die unterste Stufe abdelegiert werden. Die Ausgaben in den Bereichen Verkehr (plus 232000 Franken oder 6,2 Prozent) und Bildung (plus 824000 Franken oder 7,0 Prozent, davon über eine Million Franken höherer Besoldungsanteil an den Kanton) steigen schon überdurchschnittlich, doch bei der Gesundheit ist der Schritt schon dramatisch zu nennen.

Hier schnellen die Ausgaben der Stadt Lenzburg um 40 Prozent oder um mehr als eine Million Franken in die Höhe. Exakt 1 Mio. mehr, nämlich 2,35 Mio., muss Lenzburg ans Defizit der Kantonsspitäler bezahlen. Um 16,7 Prozent oder 75000 Franken gegenüber 2011 steigen die Beiträge an den Krankenpflegeverein Lenzburg. Die Grundlage dafür ist das neue kantonale Pflegegesetz.

Überdurchschnittliches Wachstum

Stadträtin Möhl bringt in diesem Zusammenhang auf den Punkt, was viele Amtskollegen während der diesjährigen Budgetphase auch erfahren mussten: «Das Klima ist rauer geworden. Der finanzielle Spielraum der Gemeinden wird immer kleiner und uns fehlt dieses Geld für die Investitionen.»

Der Stadt Lenzburg kommt entgegen, dass in den letzten Jahren ein permanentes Wachstum beobachtet werden konnte. In der Botschaft an den Einwohnerrat (das Budget 2012 wird am 22. September beraten) wird sogar festgehalten, dass im Bezirkshauptort im letzten Jahr das Wachstum erstmals in diesem Jahrtausend über dem kantonalen Mittel lag. «Dieser Umstand kommt uns sicher entgegen», hält Finanzverwalter Lüscher fest. Und Stadträtin Möhl ist überzeugt, dass dies «dank den qualitativ hochwertigen Grossüberbauungen» auch in naher Zukunft so sein wird.

Trotz dem enger werdenden Spielraum kann und will Lenzburg im nächsten Jahr nicht auf Investitionen verzichten. Dafür nimmt man sogar in Kauf, dass ein langfristiges Ziel – Stabilisierung oder Reduktion der Nettoschuld – gebrochen wird.

Schulden steigen wieder an

«Im Bereich Bildung haben wir hier grossen Nachholbedarf», so Möhl. 6,4 der total 7,7 Mio. fallen auf diesen Bereich, was bei konstanten Abschreibungen zu einer Schuldenzunahme von 2,35 Mio. führen wird. «Das können wir verkraften», ist die Finanzvorsteherin angesichts der bald wieder steigenden Steuerkraft pro Einwohner überzeugt. Angesichts der angespannten Finanzlage muss Lenzburg Prioritäten setzen und Projekte hinausschieben: Strassen, Rathaussanierung, und Recyclinghof werden da genannt.

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