Lenzburg
Sperrung statt Sanierung: Wilstrasse ist nicht mehr in verkehrstauglichem Zustand

Eine Sanierung der Wilstrasse müsste eine Strassenverbreiterung für bessere Sichtverhältnisse beinhalten. Der Kanton spricht sich jedoch aufgrund der Nähe zum Zentralgefängnis gegen einen Landabtausch aus.

Ruth Steiner
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Die Wilstrasse ist beim Waldeingang durch die engen Kurven unübersichtlich und entsprechend gefährlich.

Die Wilstrasse ist beim Waldeingang durch die engen Kurven unübersichtlich und entsprechend gefährlich.

Ruth Steiner

«Eine Sanierung ohne örtliche Verbesserung der Sichtverhältnisse macht keinen Sinn. Im jetzigen Zustand ist die Wilstrasse jedoch zu gefährlich für den motorisierten Verkehr», sagt Stadtrat Martin Steinmann.

Nachdem der Stadtrat vor drei Jahren noch ausbauen wollte, macht er jetzt eine Kehrtwende und will den Streckenabschnitt vom Waldeingang (Parkplatz Vita-Parcours) bis zur Aabachbrücke im Wyl für Motorwagen und Motorräder schliessen. Die Strecke dient heute oft als Schleichweg von der Seonerstrasse zu den Sportanlagen und dem Zentralgefängnis.

Vor drei Jahren war das vom Einwohnerrat genehmigte Projekt in einer Referendumsabstimmung vom Volk abgelehnt worden. Man befürchtete, die Strassenverbreiterung würde das Naherholungsgebiet Wil mit zusätzlichem Verkehr belasten.

In der Folge wurde ein neues, redimensioniertes Sanierungspaket erstellt, das nicht eine generelle, sondern aus Sicherheitsgründen eine Verbreiterung der Strasse nur im Kurvenbereich und Ausweichstellen zum Kreuzen der Fahrzeuge vorsah.

Kanton macht nicht mit

Für diese Massnahmen sollte beim Waldeingang mit dem Kanton Land abgetauscht werden. Die Gespräche dazu wurden im Januar 2013 geführt. Ebenso wurde ein Gesuch um Mitfinanzierung des rund 250 000 Franken teuren überarbeiteten Projekts gestellt.

Vier Monate später flatterte der Entscheid des Kantons auf den Tisch: Man sei auf eine Erschliessung der Strasse nicht angewiesen, hiess es.

Die Abteilung Immobilien des Kantons Aargau teilte mit, dass sie einem Landtausch für die Verbreiterung der Wilstrasse im Kurvenbereich nicht zustimme. Man bestehe aus Sicherheitsgründen auf der Beibehaltung der Strassenbreite. In der Nähe des Waldeingangs steht das Zentralgefängnis.

Kostengünstigste Variante

Für den Stadtrat ist jedoch klar: «In der heutigen Form ist die Wilstrasse für den Verkehr nicht tauglich», so Martin Steinmann. Der jetzige Zustand verursache jedes Jahr unverhältnismässig hohe Unterhaltskosten. Für eine Sanierung nach heute gültigen Bestimmungen wäre aber die Verbreiterung an gewissen Stellen nötig.

Diese Überlegungen haben den Stadtrat dazu bewogen, die kostengünstigste Variante zu wählen und den kurzen Strassenabschnitt im Wald für den motorisierten Verkehr schliessen zu lassen. So könnten auch die Unterhaltskosten gesenkt werden, heisst es.

Die geplante neue Verkehrsanordnung wurde am 5. September im kantonalen Amtsblatt publiziert. Zur Schliessung der Strasse für Autos und Motorräder muss die Einsprachefrist abgewartet werden. Die nun geplante Lösung hat der Stadtrat mit den zwei Unternehmen in der Nähe der Wilstrasse besprochen.