Rupperswil
Spatenstich für neues Schulhaus: Ein solides Haus, keine Baracke

Farbige Ballone und grosses Aufatmen beim Spatenstich für das neue Schulhaus – vorerst wird die Schulraumsituation aber noch prekärer.

Ruth Steiner
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Mario Heller

Bunte Luftballone stiegen in den Himmel, immer höher, bald waren sie von blossem Auge gar nicht mehr zu sehen. Mit dieser symbolischen Geste und munterem Gesang gaben die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse den Startschuss für den Bau des 12,85 Millionen teuren neuen Schulhauses.

Abheben wollten die Anwesenden beim kurzen Zeremoniell nicht gerade, doch die Freude, dass es nun vorwärts geht mit dem neuen Schulhaus war bei allen am Bau Beteiligten spürbar. Ebenso Erleichterung. Auch bei Martin Bolli. Der Rupperswiler Schulleiter hat ganz besonders aufgeatmet. «Ich hätte nicht gewusst, wie wir das Raumproblem hätten lösen müssen, wenn das Projekt nicht gekommen wäre», sagt er. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung hatte der Rupperswiler Souverän Ende Januar dem Kredit für das neue Schulhaus zugestimmt.

Mittlerweile platzt die Schule aus allen Nähten. Bolli spricht gar von einer prekären Situation. Die Räume in den Schulhäusern seien voll belegt, behelfsmässig wurden auf dem Schulhausplatz Container aufgestellt, sagt der Schulleiter. Unterrichtet wird aber auch in Räumen in einem benachbarten Einfamilienhaus und, wenn es gar nicht mehr anders geht, sogar in den Schulhausgängen. «Wir haben in den Gängen Pultgruppen aufgestellt. Diese Arbeitsplätze werden für Gruppenarbeiten belegt. Schulische Heilpädagogen benutzen sie ebenfalls, wenn sie mit einzelnen Schülern ausserhalb der Klassenräume arbeiten.»

Schülerzahl mehr als verdoppelt

Die Schülerzahl in der Gemeinde ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Schulleiter Bolli spricht von 64 Prozent in den letzten sechs Jahren. Bevor Rupperswiler Schüler im Sommer 2017 in das neue Schulhaus einziehen können, müssen sie noch näher zusammenrücken. Denn auf das Schuljahr 2016/17 steigt die Anzahl Schülerinnen und Schüler weiter an. Jede Klasse muss in drei Abteilungen geführt werden. Bolli spricht vom «räumlich engsten Jahr». Mit dem Beginn des Neubaus ist die Übergangszeit absehbar. Noch müssen sich die Viertklässler in ihren heutigen Schulräumen gedulden. Doch Gemeindeammann Ruedi Hediger verspricht ihnen: «Ihr werdet dereinst im neuen Schulhaus zur Schule gehen.» Auch für ihn ist der Spatenstich «ein Freudentag». Rupperswil setze ein Zeichen für Fortschritt, beweise Mut und Zuversicht für die Zukunft und übernehme Verantwortung für die Jugend und die Bildung im Dorf. «Wir bauen ein solides und sicheres Gebäude, nicht einfach eine Baracke», ruft Hediger den für den Neubau verantwortlichen Anwesenden zu. Was mit dem Entscheid, die Oberstufe weiter im Dorf zu führen, seinen Anfang nahm, wird nun mit dem Bau von neuem Schulraum weitergeführt. Zusammen mit den bereits bestehenden Schulbauten soll in der Gemeinde nun ein Schulzentrum entstehen.

Ein nervöser Architekt

Offenbar haben die Rupperswiler Schüler den projektverantwortlichen Architekten Patrick Schmid überrascht. Und erfreut. Es sei sein erster Spatenstich, der musikalisch umrahmt werde, verrät er den jungen Sängerinnen und Sängern. Und er gesteht, ein Spatenstich sei den Architekten mit einer gewissen Nervosität verbunden. «Das ist der Moment, wo die abstrakte Planung ins Konkrete übergeht. Jetzt wird in Beton gegossen und man überlegt sich, ob tatsächlich an alles gedacht wurde.»

Zur grossen Belustigung der Anwesenden sagte Gemeindeammann Ruedi Hediger zu den Schülerinnen und Schülern gewandt, dass auch er vor etwa fünfzig Jahren hier zur Schule gegangen sei. «Das war noch eine andere Zeit», meinte er lachend, «da gab es auch mal eines hinter die Ohren.»

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