Hendschiken
Spatenstich: Bünz bei Hendschiken wird zur kleinen Auenlandschaft

Als eines der letzten Teilstücke wird die Bünz auf Hendschiker Gemeindegebiet für fast 3 Mio. Franken renaturiert. Zwei Brücken, die sich in einem schlechten Zustand befinden und zudem für den breiteren Gewässerraum zu kurz sind, werden ersetzt.

Hanny Dorer
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Startsignal zur Renaturierung der Bünz in Hendschiken: Alex Eichenberger (Flury AG), Hans Hubschmid (Bauunternehmer), Daniel Lüem (Gemeindeammann), Wolfram Burgy (Gemeinderat), Thomas Gebert (Abteilung Landschaft und Gewässer) und Reto Caviezel (Porta AG) – von links.

Startsignal zur Renaturierung der Bünz in Hendschiken: Alex Eichenberger (Flury AG), Hans Hubschmid (Bauunternehmer), Daniel Lüem (Gemeindeammann), Wolfram Burgy (Gemeinderat), Thomas Gebert (Abteilung Landschaft und Gewässer) und Reto Caviezel (Porta AG) – von links.

«Es ist ein grosses und wichtiges Projekt für eine kleine Gemeinde wie Hendschiken», begrüsste Gemeindeammann Daniel Lüem die Teilnehmenden am symbolischen Spatenstich zur Renaturierung der Bünz.

Gar als Jahrhundertprojekt bezeichnete der zuständige Ressortleiter Wolfram Burgy das Vorhaben, der Bünz wieder mehr Freiheit zu verschaffen und dadurch das Landschaftsbild aufzuwerten. «Wir wollen der Bünz das Land, das ihr im letzten Jahrhundert durch die Begradigung und Befestigung entzogen wurde, wieder zurückgeben.»

Durch Hochwasser alarmiert

Die Hochwasserschäden vergangener Jahre haben den Kanton Aargau veranlasst, sich vermehrt für Renaturierungen einzusetzen. Insbesondere an der Bünz wurden verschiedene Abschnitte bereits aufgewertet und die Hochwassersituation entschärft.

In Hendschiken hat das letzte Hochwasser unter anderem Uferverbauungen unterspült und Brücken beschädigt. Nun soll auch hier die Bünz innerhalb des Gemeindegebietes auf einer Länge von rund einem Kilometer renaturiert werden.

Breiteres Bett, flachere Ufer

Der Bünz soll in Zukunft über mehr Raum verfügen. Die Ufer werden flacher und mit Gehölzen und extensiven Wiesen naturnaher ausgestaltet. Die eigentliche Gewässerrinne wird schmaler, verläuft weniger gradlinig und bietet damit den Fischen auch bei niedrigem Wasserstand einen besseren Lebensraum.

Den Erholungssuchenden steht ein Trampelpfad entlang der Bünz für Spaziergänge zur Verfügung.

Das für die Renaturierung benötigte Kulturland wird vom Kanton erworben und der erweiterten Gewässerparzelle zugeteilt. «Ich freue mich, dass wir mit den Landeigentümern eine einvernehmliche Lösung finden konnten», stellte Gemeindeammann Lüem zufrieden fest.

Zwei neue Brücken inbegriffen

Die Falkenmattbrücke und die Brücke Mattenstrasse werden neu gebaut, ihre Spannweite auf 14 Meter verlängert und die Nutzlast auf 40 Tonnen ausgelegt. «Beide Brücken hätten aufgrund ihres Alters und ihres schlechten Zustandes ohnehin bald ersetzt werden müssen», führte Gemeinderat Burgy aus.

Ein Glücksfall für die Gemeinde, denn Bund und Kanton beteiligen sich an den Kosten, weil der Brückenneubau im Rahmen des Gesamtprojektes Renaturierung erfolgt.

An den Gesamtprojektkosten von 2,9 Mio. Franken (davon rund eine Million für die beiden Brücken) beteiligt sich der Bund mit 70 Prozent und der Kanton mit 13,5 Prozent. Zulasten der Gemeinde Hendschiken bleiben also 16,5 Prozent oder rund 480 000 Franken. Diesem Betrag hatte die Gemeindeversammlung im Mai 2012 zugestimmt.

Die Bünzrenaturierung bringt der Gemeinde weitere Einsparungen, indem der dringend nötige Ersatz der veralteten Abwasserleitung aus dem Gebiet Steinacker durch die neue Brücke Falkenmatt geführt werden kann.

Dank dieser Massnahme und durch die Koordination mit den Arbeiten der Renaturierung können die Kosten um rund 300 000 auf 500 000 Franken gesenkt werden. Der bestehende Brückenkanal, auf dem das Abwasser die Bünz bisher überquert hat, wird abgebrochen.