Um 14.55 Uhr fiel der Startschuss. Die Kielboote der Tempest-Klasse und wenig später die Jollen der Fireballklasse überquerten die imaginäre Startlinie auf dem Wasser. Der Wind blies mässig, die Teams aber waren motiviert. Mit Geschick und Kraft steuerten sie auf die Boje zu, die den ersten Punkt der Dreiecksroute markierte. Dabei mussten sie im Zickzack segeln, damits gegen den Wind voranging – aufkreuzen nennt sich das im Fachjargon.

Beim Ansteuern der nächsten Boje bog ein Segelboot zu früh ab und fuhr in die falsche Richtung. Bis es sein Malheur bemerkte, hatte das Team schon wertvolle Sekunden verloren. «Auch erfahrenen Seglern kann es passieren, dass sie eine falsche Route einschlagen», kommentierte Regatta-Leiter Christian Stalder. Dies sie eine beruhigende Erkenntnis für alle Segel-Neulinge. Chancen hatte das Team noch, den Rückstand wieder aufzuholen.

Segelregatta in Beinwil am See

Segelregatta in Beinwil am See

8. Oktober 2016

Acht Durchgänge waren fürs Wochenende geplant. «Eine Regatta dauert rund 45 Minuten. Um segeln zu können, braucht es neben einem motivierten Team und Schiffen aber auch guten Wind. Entscheidende Kriterien sind die Windstärke und wie konstant er bläst», so Christian Stalder. Am Samstag wehte der Wind nur schwach – für die zweite Bootsgruppe wurde die Route darum abgekürzt.

Weltmeister unter den Teams

Teams aus verschiedenen Regionen der Deutschschweiz waren angereist. Für manche sei dies ein Wettkampf, für andere eher ein Training, sagte Stalder. Auch Cornelia (52) und Ruedi (55) Christen aus Steffisburg waren dabei. Die beiden holten schon zwei Mal den Weltmeistertitel in der Tempest-Kategorie: einmal an der Regatta am Comersee in Italien, und einmal in Brunnen am Vierwaldstättersee. Dieses Jahr holten sie den dritten Platz an der Weltmeisterschaft in Cowes, England. Auf die Frage, ob der Hallwilersee für sie überhaupt interessant sei, sagte Cornelia Christen: «Jeder See bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich. Jeder See ist interessant» und ihr Mann ergänzte: «Der Hallwilersee hat eher wenig Wind. Da ist Konzentration und Taktik gefragt.» Ruedi Christen war bereits als Zehnjähriger mit dem Segelschiff unterwegs. Später hat er dann auch seine Frau für den Sport begeistert. Seit acht Jahren bestreiten sie Wettkämpfe als Team. Und beide sind sich einig: «Auf dem Wasser zu sein ist genial. Der Wind ist beim Segeln der Motor. Dieses Gefühl ist toll.»