Peter Schneebeli, «Atelier im Loch»

Die Werkstatt von Peter Schneebeli wäre für jeden Hobby-Handwerker ein Paradies. Auf 520 Quadratmetern Fläche ist praktisch jede erdenkliche Maschine und jedes Werkzeug zu finden, das man für die Metallverarbeitung gebrauchen kann. Kreissägen, Stabbohrer, eine Schmied-Feuerstelle und nicht weniger als sechs verschiedene Schweissanlagen sind bloss ein kleiner Teil des beeindruckenden Sortiments von Schneebeli.

Seit über 30 Jahren führt der 63-Jährige das «Atelier im Loch». Eine Tätigkeit, zu der er über Umwege gekommen ist. Ursprünglich hatte Peter Schneebeli eine Lehre als Zahntechniker absolviert und später als Sozialpädagoge gearbeitet. «Als meine erste Ehe in der Krise steckte, wollte ich einen Neuanfang wagen und wieder etwas mit meinen Händen machen», sagt er. «Das Material Metall faszinierte mich. Auch nach über dreissig Jahren bin ich überzeugt, dass ich noch längst nicht alle Verarbeitungsmöglichkeiten ausprobiert habe.»

Den perfekten Ort gefunden

Sein Atelier hat Schneebeli, der das Metallhandwerk bei einem Schlosser in Staufen erlernt hat, ein Vierteljahrhundert lang in seinem Wohnort Meisterschwanden geführt. Zuerst auf dem Areal der ehemaligen Lochfabrik, später in einer alten Schreinerei, die er sich mit seinem Sohn teilte, der als Sanitär arbeitet. «Dort hatten wir aber zu wenig Platz und erhielten oft Reklamationen wegen des Lärms, da unsere Werkstatt an ein Wohnquartier grenzte», so Schneebeli. Als er dann vor sechs Jahren per Zufall vom Gewerbepark Oholten erfuhr, war er sofort begeistert und mietete mit seinem Sohn die Halle. «Dieser Ort ist genial. Wir haben Platz und können bis spät abends und auch an den Wochenenden arbeiten, ohne dass der Lärm jemanden stört.»

Noch lange nicht genug

Peter Schneebeli bietet in seinem Seoner Atelier ein breites Spektrum an verschiedensten Arbeiten an. Geländer, Türen und Fenster, aber auch Möbel, Inneneinrichtungen und Kunstobjekte. «Zusätzlich leite ich noch Schweisskurse in unserer Werkstatt», sagt Schneebeli, der neben seiner Arbeit im Atelier einen Tag pro Woche im Heilpädagogischen Zentrum Hohenrain als Werklehrer im Einsatz steht.

Ans Aufhören denkt Peter Schneebeli noch lange nicht, auch wenn er in zwei Jahren pensioniert wird. Dafür hat er noch zu viele Ideen im Kopf, die er realisieren will. Derzeit ist er daran, in der Werkstatt eine Dusche einzubauen. Der Aufenthaltsraum mit Küche steht bereits. «Ich verbringe so viel Zeit im Atelier, da muss ich mich auch wohlfühlen», sagt Schneebeli und lacht.

Hans-Rudolf Woodtli, Woodtli Hydraulik AG

Hydraulik-Zylinder und deren Antrieb: Darum dreht sich der Alltag der Firma Woodtli Hydraulik AG. In den Hallen der ehemaligen Buntweberei werden die Hightech-Produkte auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern angefertigt. Und zwar in allen Formen und Grössen. Die kleinsten Zylinder passen in eine Hand, die grössten wiegen bis zu sieben Tonnen und entwickeln eine Kraft von 8800 Kilonewton, was dem Anheben von zehn SBB-Lokomotiven mit einem Gewicht von je 84 Tonnen entspricht. Auch der Verwendungszweck könnte unterschiedlicher nicht sein. Von Stahlwerken über die Holz- und Kunststoffverarbeitungsindustrie bis zu Fräsmaschinen zur Herstellung der Turbinenschaufeln von Flugzeugturbinen werden die Produkte eingesetzt.

In der Produktionsstätte im Gewerbepark Oholten befindet sich ein beachtlicher Maschinenpark. Unter anderem sind Bearbeitungszentren, Dreh,- Fräs- und Bohrmaschinen zu finden, genauso wie etliche weitere Werkzeuge und Hilfsmittel zur Planung, Entwicklung und Produktion. An mehreren Orten stehen die Rohstoffe bereit. Auch die bereits produzierten Bestandteile der Zylinder, die später zusammengesetzt werden, liegen sauber geordnet auf Paletten und Tischen. Um die meist schweren Bauteile zu transportieren, wird fast immer das Kransystem genutzt, das sich über die gesamte Produktionshalle erstreckt.

Keine Serienproduktion

Seit 1997 führt Hans-Rudolf Woodtli das Unternehmen, das sein Onkel in Seengen gegründet hatte. Der gelernte Mechaniker hat den Betrieb, der sieben Angestellte zählt, stetig ausgebaut. «Wir machen keine Serienproduktion, sondern bieten massgeschneiderte Sonderlösungen an. Einige unserer Produkte sind gar Unikate», so Woodtli. Rund zehn Prozent der Produkte werden direkt ins Ausland exportiert. In Mexiko, China und vor allem in den osteuropäischen Ländern, wo die Industrie boomt, befinden sich die grössten ausländischen Kunden der Woodtli Hydraulik AG, die seit 2008 im Gewerbepark Oholten untergebracht ist.

Vorher hatte das Unternehmen seinen Sitz in Seengen. Dort wurde der Platz jedoch zu knapp. «Ich hatte den Gewerbepark Oholten von Anfang an im Auge. Bei der Eröffnung wäre ein Umzug für uns aber noch zu früh gewesen», blickt Woodtli zurück. «Als dann 2008 eine grosse Halle zum Verkauf stand, packten wir die Chancen und zogen nach Seon.» Ein Entscheid, den der 53-Jährige nicht bereut. «Wir haben super Zufahrtsmöglichkeiten, genügend Platz und angenehme Nachbarn mit denen wir uns hin und wieder austauschen», sagt Hans-Rudolf Woodtli. Zu seinen Zukunftsplänen sagt er: «Ich will mit der Firma in den nächsten Jahren in den Biomechanik-Markt einsteigen.»