Holderbank
«Sorgenfresserli» im Nähladen nehmen Kindern ihren Kummer

Myriam Meier betreibt neu ein Nähatelier in Holderbank. Da näht sie auch originelle Sachen, wie zum Beispiel das «Sorgenfresserli».

Barbara Vogt
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Myriam Meier verkauft Stoff, Wachstücher und Selbstgenähtes. bA

Myriam Meier verkauft Stoff, Wachstücher und Selbstgenähtes. bA

Myriam Meier sitzt am Nähtisch. Schere, Stecknadeln und Nähmaschine stehen parat und schon bald wird sie aus dem bunt gestreiften Stoff und geblümten Wachstuch ein handliches Portemonnaie kreieren.

Seit kurzem betreibt Myriam Meier an der Hauptstrasse in Holderbank ein Nählädeli, in dem sie Stoffe, Wolle, Stricknadeln und alles, was es sonst noch braucht, um kreativ zu sein, verkauft. Zudem nimmt sie Kleider an, die geändert werden sollen. Stoffballen, uni, getupft, mit romantischen Blumenmustern oder kräftigen Patchworkdrucken, liegen in den Regalen.

Darüber wachen Stofftiere, die nicht nur kuschelig sind, sondern Kindern ihren Kummer nehmen und deshalb «Sorgenfresserli» heissen: Träumen Kinder schlecht, so schreiben oder zeichnen sie sich alle Sorgen von der Seele und stecken den Zettel in die Öffnung der «Sorgenfresserli».

Danach geht es ihnen besser, das weiss Myriam Meier aus eigener Erfahrung: Ihr Sohn vertraute seinem «Sorgenfresserli» schlechte Träume an, «danach ging es ihm besser». Auch sie befreite sich von psychischen Problemen, als sie vor Jahren mit Nähen anfing. «Das Nähen brachte mir meine Lebensfreude zurück.» In ihrer Nähstube in ihrer Wohnung nähte sie «Sorgenfresserli», «Chriesisteisäckli», Taschen, Kinderpyjamas und Kosmetiktäschchen und verkaufte alles auf dem Markt.

In ihrer eigenen Stube wurde es jedoch immer enger, deshalb hielt Myriam Meier in ihrer Wohngemeinde, in Holderbank, nach einem Ladenlokal Ausschau. Der Laden an der Hauptstrasse sei ideal, sagt sie. Gerade ältere Nähfrauen seien froh, bei ihr einkaufen zu können, ohne gleich in die Stadt fahren zu müssen. Doch auch jüngere Frauen kommen in den Nähladen. «Nähen, Stricken und Häkeln ist wieder im Trend, nachdem es jahrelang verpönt gewesen war», sagt sie.

Deshalb bietet Myriam Meier Kurse an, in denen die Teilnehmerinnen und natürlich Teilnehmer handarbeiten können. Übrigens lieben nicht nur ältere Kunden den neuen Nähladen, auch Kinder gehen gerne hin – allein schon des Namens wegen: «Murmelis Stoffegge.»