Nur drei vollerwerbende Bauern gibt es noch in Othmarsingen. Allen drei Landwirten ist gemeinsam, dass sie dank innovativen Ideen als Familienbetriebe überleben können. Am Wochenende feiern die Hunzikers an der Lenzburgerstrasse die Einweihung ihrer neuen Solaranlage auf dem Dach ihrer Scheunen. Ein Fest, das sie mit einem Frühlingsmarkt und einer Festwirtschaft im neuen Wagenschopf verbinden.

Christian und Simone Hunziker beobachten seit langem die Entwicklung um das Thema Solarstrom, sogenannten Photovoltaik-Anlagen. «Die Geschichte um den Reaktorunfall in Japan gab den Ausschlag, nicht nur den neuen Schopf, sondern auch das bestehende Stalldach mit einer Solaranlage zu bestücken», erklärt Christian Hunziker. Die Anlage produziert jährlich Strom für durchschnittlich 15 Haushalte.

Lebensmittel haben Wert verloren

Simone Hunziker ergänzt die Einweihung am Wochenende mit einem kleinen Markt voller Produkte aus der Region. Ernährung ist für die Bäuerin, Mutter dreier Buben und Lehrerin an der Landwirtschaftlichen Schule Liebegg ein wichtiges Thema.

«Viele Menschen wissen leider nicht mehr, wo das Essen herkommt», sagt Simone Hunziker. Lebensmittel dürfen in unserer Zeit nichts mehr kosten. Gab man vor drei Jahrzehnten noch rund 30 Prozent des Lohnes für Essen aus, sind es heute gerade noch 8 Prozent. Diese Tendenz und die damit verbundene mindere Wertschätzung stimmen die Bäuerin nachdenklich.

Umso mehr freut sie sich über Konsumenten, welche Wert auf gesunde Ernährung legen. Produkte direkt vom Hof sind stets frisch. «Der leicht höhere Preis zahlt sich durch besseren Geschmack und die positive Ökobilanz locker aus», sagt Simone Hunziker.

Falsche Prioritäten

Den Einwand, dass viele Leute auf ihr Budget achten müssen, lässt sie nicht gelten. Ihrer Ansicht nach setzen viele Menschen die Prioritäten falsch. Für elektronische Geräte, Autos oder Ferien liegt das Geld oft lockerer als für Lebensmittel. «Essen ist kein Statussymbol – im Gegensatz zum iPhone», bemerkt Simone Hunziker. Freuen tut sie sich an einer Tendenz der Bäuerinnenschule Liebegg. Dort holen sich immer häufiger junge Frauen ohne bäuerlichen Hintergrund die Basis für gesundes Kochen, Pflanzen oder Nähen.

Beim Einweihungsfest stehen nebst der Präsentation der neuen Solaranlage viele regionale Produkte zum Verkauf bereit. Der Erlös vom Kuchenstand der Festwirtschaft fliesst in die Lagerkasse der 4. Sekundarschule.

Einweihung Solaranlage und Frühlingsmarkt: 21./22. April, 10 bis 16 Uhr; Markt und Festwirtschaft; Sonntag 12.15 Uhr Gospelchor Kumbaya. – Adresse: Familie Hunziker, Lenzburgerstrasse 27, Othmarsingen.