Traumwetter und Traumstimmung. Beides gab Durst. Nach dem Lenzburger Jugendfestumzug gab es inwendige Abkühlung. Fürs Publikum am Volks-Apéro vor dem Rathaus, für die Geladenen im Rathaus am Frühschoppen.

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Der Frühschoppen, an dem zum Schutz vor zu grossem Durst auch Traubensaft in nahezu der gleichen Farbe wie der eigentlich adäquate Goffersberger kredenzt wird, ist ein Networking-Event sondergleichen. Während draussen schnöde Chips aufliegen, knabbert man im Rathaus zum Small-Talk an feinen Kümmelstangen.

In ausgelassen-festlicher Atmosphäre kann man zum gefühlten siebten Mal mit den gleichen Personen Duzis machen und auch sonst werden Kontakte geknüpft und aufgefrischt, die auf politischem und gesellschaftlichem Parkett die langen 365 Tage bis zum nächsten Jugendfest überbrücken helfen.

Keine Vogelbeeren

Kurz vor Mittag werden die angeregten Gespräche dezent aber bestimmt unterbrochen und alle strömen in den Stadtratssaal. Wie Sardinen in der Dose drängt die Lenzburger Haute-Volée auf engsten Raum – nur, die Fische machen es nicht freiwillig. Doch diese Tradition will niemand verpassen: Das gemeinsame Absingen des Liedes vom Vuglbärbam beim zwölften Glockenschlag.

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Vorsänger Ueli Steinmann stieg wie gewohnt auf den Tisch und männiglich schaute gespannt auf das Motiv der Socken. Unter dem Motto «Lieber unter Flor, als Farbe vomene Traktor» zeigte eine Socke das grellgelbgrüne Farbspektrum einer einschlägig berüchtigten Hausfassade (die auch bei Spielzeugtraktoren üblich sein soll) und die andere Farben einer Blumenwiese.

Erstmals trug Steinmann eine passende Fliege in den hierzulande in Verruf gekommenen Brasil-Farben und das Poschettli zierte ein buntes Sträusschen.

Frühschoppen Lenzburg

Frühschoppen Lenzburg

Dort trägt der Vorsänger sonst Vogelbeeren, doch der diesjährige Kurzsommer sorgte für eine Verzögerung. Aus dem gleichen Grund liess Steinmann die vierte Strophe («Die Beeren san glustig …») aus. Am Refrain ändert nichts: «Eijuh, de Vuglbärbam.»

Reden und Sprüche

An den Morgenfeiern des Lenzburger Jugendfestes sprachen in diesem Jahr Ursula Amsler, Adriano Beti, Stephan Richard und Sabrina Hardmeier-Stücheli. Ebenso zum Jugendfest gehören die Sprüche, die die Bögen und die geschmückten Brunnen zieren.