Leutwil:  Die Budgetgmeind in Leutwil eskalierte. Gemeindeammann Monika Müller äusserte Mobbing-Vorwürfe gegen ihre Person.

Nicht nur im Gemeinderat rumort es, offensichtlich hängt der Haussegen in der ganzen Gemeinde Leutwil schief. Der Unmut äusserte sich bereits in der Budgetdebatte, die in einer Rückweisung des Voranschlages 2019 mit 55 Ja- zu 44 Nein-Stimmen gipfelte. Dieser hat eine Erhöhung des Steuerfusses um vier Prozent vorgesehen, trotzdem resultiert ein Verlust von 313 000 Franken. Zuvor hatte unter anderem die Finanzkommission verlangt, dass die budgetierte Lohnerhöhung für das Personal um zwei Prozent gestrichen werde. In weiteren Voten wurde klar gemacht, dass der Leutwiler Finanzhaushalt allein mit Sparübungen nicht fit gemacht werden kann. "Wir müssen wachsen, und zwar um 20 bis 30 Personen oder Familien, die pro Jahr mindestens je 8000 Franken Steuern bringen." Das Thema Fusion kam auf den Tisch. Konkret wurde der Antrag gestellt, mit der Gemeinde Dürrenäsch eine "Heirat" zu prüfen. Er wurde mit 49 Ja gegen 28 Nein gutgeheissen.

Die Situation eskalierte, als Gemeindeammann Monika Müller unter dem Traktandum «Diverses» bekannt gab, dass die Gemeindeabteilung des Kantons den Demissionen von Vizeammann Rudolf Hirt und den Gemeinderäten Thomas Fehlmann und Simone Eggler per Ende März 2019 stattgegeben hat (die AZ berichtete). Aus den Reihen der Anwesenden wurde Monika Müller daraufhin direkt angegangen. «Es kann nicht sein, dass im ersten Jahr, in dem Sie Ihres Amtes walten, vier Gemeinderäte demissionieren (bereits im Frühling war Lilly Blank nach wenigen Monaten im Amt wieder zurückgetreten Anm. Red.). Es kann nicht sein, dass hier Leute vergraulet werden», sagte ein Votant. Die Zusammenarbeit mit Müller gestalte sich als schwierig, wurde weiteres Misstrauen gegen die seit Anfang Jahr amtierende Frau Gemeindeammann laut. Zudem wurde bekannt, dass auch drei Angestellte der Verwaltung mündlich gekündigt hätten. Müller wehrte sich gegen die Vorwürfe gegen ihre Person und drehte den Spiess um. Es habe ein Kulturwandel stattgefunden, den nicht alle goutiert hätten, sagte sie. Und weiter: «Es war ein hartes Jahr. Ich bin gemobbt worden. Das war nicht einfach.» Müller liess der Skepsis gegen ihre Person keinen Raum: "Wie hier umgegangen wird, ist unterste Schublade." Sie sei vom anwesenden Souverän im letzten Herbst gewählt worden. Sie mache weiter. "Es kommt gut", gab sie sich zuversichtlich. Wenig Verständnis zeigte man für die Situation, dass dem Gemeinderat vom Kanton für die kommende Zeit ein Coach zur Seite gestellt wird. Dafür habe man kein Geld, hiess es. Von 587 Stimmberechtigten waren 122 anwesend. Mit grossem Mehr bewilligten sie den Verpflichtungskredit von 1,071 Mio. Franken zur Sanierung des Regenbeckens am Mühlebach.

Die anschliessend durchgeführte Ortsbürgergmeind beschloss, mit 21 Ja gegen 7 Nein die Auflösung der Ortsbürgergemeinde zu prüfen.

Birrwil: Nach einer Stunde Diskussion war klar: Birrwil tritt der Kreisschule aargauSüd bei. Für Spannung sorgte ein Zusatzantrag für den Beitritt zur Schule Seon, doch nach zahlreichen Wortmeldungen blieb dieser bei den 113 anwesenden von 873 Stimmbürgern schliesslich chancenlos. Mit dem Ja zur Kreisschule wird Gemeinderätin Cristina Kopp nun vollwertiges Mitglied des Kreisschulrats. Vor dem Beitritt hatte sie im Gremium nur Beobachterstatus. Damit haben nun zehn von elf Gemeinden dem Beitritt zur Kreisschule aargauSüd zugestimmt. Übrig bleibt Gontenschwil, das an seiner Schulanlage festhalten will. Bei der Kreisschule setzt sich die Gemeinde deshalb dafür ein, dass sie bei einem Beitritt drei oder mehr Schulabteilungen zugewiesen bekommt. Zuvor haben die Gontenschwiler an der letzten Sommergmeind den Beitritt abgelehnt, wie es für sie weitergeht, ist noch unklar. In Birrwil durchgewinkt wurden nebst der Kreisschule auch das Budget 2019 mit einem unveränderten Steuerfuss von 90 Prozent und ein Kredit über 70 000 Franken für die Installation von 44 LED-Lampen an der Seetalstrasse.

Hallwil: 34 von 601 Stimmberechtigten genehmigten einstimmig den Projektierungskredit über 37 000 Franken für die Planung eines möglichen Wasserverbunds mit Seon. Ebenso ohne Gegenstimme wurde das Budget 2019 mit einem unveränderten Steuersatz von 117 Prozent verabschiedet. Ausserdem verabschiedete der Souverän einen Verpflichtungskredit über 45 000 Franken für den Ersatz der Heizung von Gemeindegebäude und Schulanlagen. Weitere 45 000 Franken kommen dem Küchenersatz in den Wohnungen des Gemeindegebäudes zu Gute.

Seon: Die Seener haben entschieden, dass der Neubau eines Doppelkindergartens am bestehenden Standort Schönbühl entsteht. Der Baukredit wird einer ausserordentlichen Gmeind im März vorgelegt. Abgesegnet wurde die Schaffung einer Stelle für Schulsozialarbeit mit 80 Stellenprozent; ausserdem Kredite über 518'000 Franken für die Sanierung des Bachwegs und 210'000 Franken für den Ersatz der Hochwasserentlastung Mühleweg. Genehmigt wurde das Budget 2019 mit einem gleichbleibenden Steuerfuss von 108 Prozent. Anwesend waren 190 von 3204 Stimmberechtigten. Es wurde informiert, dass das Hallenbad voraussichtlich am 6.1.2020 wiedereröffnet.

Rupperswil: Nach Hunzenschwil und Schafisheim stimmt auch Rupperswil der gemeinsamen Musikschule zu. Die 217 anwesenden Stimmbürger (von 3432) haben auch den Kreditantrag für die Aktualisierung der Entwässerungsplanung (627'000 Franken), die Sanierung Schweizi-strasse (340'000 Franken), den Netzausbau am Gislifluhweg (370'000 Franken) und ein Darlehen an den Verein «Tagesstrukturen Rupperswil» bewilligt. Das Budget 2019 wurde mit unverändertem Steuerfuss von 97 Prozent verabschiedet. Überwiesen wurde ein Antrag zur Prüfung von flächendeckend Tempo 30.

Niederlenz: Der Souverän ist bereit, für 580'000 Franken den Miteigentumsanteil der Post am Mühlegebäude abzukaufen. Ja sagten die anwesenden 122 von 2672 Stimmbürgern auch zur Abrechnung über das Schulhaus Rössligasse (grünes Schulhaus), dessen Kredit um 674'331 Franken nicht ausgeschöpft wurde. Ebenfalls genehmigt wurde das Budget 2019 mit einem unveränderten Steuerfuss von 117 Prozent. Es schliesst mit einem Verlust von 20'500 Franken. Mit einer kleinen Feier wurde Thomas Steudler nach 31 Jahren als Gemeindeschreiber in den Ruhestand verabschiedet.

Othmarsingen: Die Othmarsinger geben ihre Aktien im Wert von 5000 Franken am IT-Unternehmen Publis Public Info Service per Ende Jahr ab. Das Unternehmen gehört Aargauer Gemeinden und bietet Beratungsleistungen für diese. Othmarsingen leistet jährlich 3000 Franken an den Betrieb, ohne in ausreichendem Masse von den im Gegenzug erhaltenen Vergünstigungen zu profitieren. Ebenfalls ohne Gegenstimme wurden das Budget 2019 (Steuerfuss 107 Prozent) und die Neugestaltung des Friedhofs angenommen. Es waren 95 von 1733 Stimmbürgern anwesend.