Lenzburg
So können die Jungen leichter von zu Hause ausziehen

In Lenzburg finanziert der Verein «Wohnen 16plus»29 günstige Einzimmerwohnungen extra für Jugendliche

Andrea Marthaler
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Neubau mit 29 Wohnungen. zvg

Neubau mit 29 Wohnungen. zvg

Auf dem dreieckigen Landspickel, zwischen Sophie-Hämmerli-Strasse, SBB-Geleisen und der Ringstrasse Nord, ragen die Bauprofile in die Höhe. Das Baugesuch lag bereits auf. Stadträtin Heidi Berner hofft, dass es noch im August vom Stadtrat genehmigt wird. Berner ist Vizepräsidentin des Vereins Wohnen 16plus, der auf dem Grundstück bauen will. Das Ziel ist es, im Januar 2015 mit dem Bau beginnen zu können, damit ein Jahr später die ersten Mieter einziehen können.

Geplant sind in einem vierstöckigen Neubau 29 Einzimmerwohnungen mit je 37 Quadratmeter Fläche. Diese sollen an Jugendliche und junge Erwachsene in Ausbildung vermietet werden. «Teils werden es Jugendliche sein, deren Ausbildungsplatz zu weit weg ist vom Elternhaus. Zudem wollen wir Jugendlichen ein eigenes Zuhause ermöglichen, die wegen Konflikten nicht mehr bei ihren Eltern wohnen können.» Durch einen möglichst tiefen Mietzins – aktuell wird ein Mietzins von 650 Franken ohne Nebenkosten angestrebt – sollen die Wohnungen bezahlbar sein.

Die Finanzierung des auf 5,8 Millionen geschätzten Baus ist bereits gesichert, unter anderem durch den Kredit einer Stiftung sowie Beiträge von weiteren Stiftungen und Gemeinden. Trotzdem ist der Verein weiterhin auf der Suche nach Spenden, auch von Unternehmen und Privatpersonen. «Wenn wir mehr Eigenkapital haben, hat dies einen positiven Einfluss auf die künftigen Mieten», betont Berner. Denn diese müssen längerfristig kostendeckend sein, sprich für Instandhaltungen sowie insbesondere die Darlehenszinsen aufkommen können. Gespendet werden kann in Form von Bausteinen.

Dass ein solches Angebot bei Jugendlichen auf Nachfrage stösst, zeigt das erste Projekt des Vereins Wohnen 16plus mit 25 Wohnungen in Nussbaumen. Dort besteht eine Warteliste. Nun soll auch im Westaargau ein Angebot entstehen. Der Standort in unmittelbarer Bahnhofsnähe ist dafür ideal.

Der Verein arbeitet mit der HEKS-Wohnbegleitung zusammen. Zwar soll kein betreutes Wohnen angeboten werden, doch sei es Standard, dass bei Neumietern mindestens einmal jemand der Wohnbegleitung vorbeikomme, so Berner. Bei Bedarf gäbe es auch die Möglichkeit zur weiteren Betreuung. So wolle man beispielsweise sicherstellen, dass Hygienestandards eingehalten werden.