Lenzburg
So feierte Lenzburg die neue Grossratspräsidentin Kathrin Scholl

Der Kanton Aargau ist neu in Frauenhand. 300 geladene Gäste feierten auf Schloss Lenzburg die frischgebackene Grossratspräsidentin Kathrin Scholl.

Rosmarie Mehlin
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So feierte Lenzburg die neue Grossratspräsidentin Kathrin Scholl
12 Bilder
Kathrin Scholl mit Ehemann Pascal Scholl
Thierry Burkart, Kathrin und Pascal Scholl, Vreni und Kaspar Friker (von links)
Weibelin
Dankesrede im Schlosshof
Susanne Hochuli
Chlauschlöpfer in Aktion
Cedric Wermuth im Gespräch mit Martin Christen
Stadtammann Hans Huber bei der Begrüssungsansprache
Schulkinder
Thierry Burkart, Kathrin und Pascal Scholl, Vreni und Kaspar Friker

So feierte Lenzburg die neue Grossratspräsidentin Kathrin Scholl

Chris Iseli

Um 16.45 Uhr sprintete Lucien Erdin auf seinem Bike den steilen Stutz in einem Tempo hinauf, als sei ihm Alberto Contador im Endspurt auf die Alpe d'Huez auf den Fersen. Dabei blieben Lucien bis zu seinem Einsatz als Trompeter im Jugendspiel Lenzburg noch reichlich Zeit, aber der bevorstehende Auftritt war halt schon etwas Besonderes: «Ein bisschen wichtig fühle ich mich schon, aber nicht so fest», meinte er bescheiden.

Böllerschüsse vom Stadtkanonier

Oben auf der Terrasse über dem Schlossgarten hatte Stadtkanonier Luigi Marchesin zusammen mit zwei Assistenten - alle in blauweisser Freischaren-Uniform - Position bezogen: Schwarzpulver, Sägemehl-Bratwürste, Zeitungen lagen bereit. Mit zehn Schüssen, dosiert innert einer Stunde abgefeuert, wurde die frohe Botschaft weit ins Land hinaus geböllert: Lenzburg stellt jetzt die Nummer eins im Kanton.
300 Gäste waren geladen. Zunächst tröpfelte es sachte mit lokaler und ehemaliger Politprominenz. Doch nachdem sich ein Dutzend Freischärler zum Empfangsspalier formiert hatte, ging es so richtig los mit dem Aufmarsch von Regierungs- und Grossräten und - mit einem innigen dreifachen «Honolulu» empfangen - dem Star des Tages.

Bevölkerung glänzte durch Abwesenheit

Zu Tambourenwirbeln und Jugendspiel-Märschen wurde der Apéro-Smalltalk mit Parmesan, Parmaschinken, Lachs- und Rindstatar-Häppchen gewürzt und mit süffigen hellgelben Tropfen aus dem Piemont heruntergespült. Dabei stach ein markanter Mangel an so genannt gewöhnlichem Fussvolk ins Auge. «Die Bevölkerung» glänzte weitgehend durch Abwesenheit.
Nachdem Kunstmaler Fritz Huser als Moderator mehrfach auf die Einhaltung des Zeitplans gedrängt hatte, dislozierten die Gäste in den grossen Rittersaal, um an den mit bekannten Lenzburger Institutionen wie «Müllerhaus», «Burghalde» benamsten Tischen Platz zu nehmen. Dass es auch einen «Strafanstalt»-Tisch gab, mag etwas pikiert haben. Allerdings war dort vorab für Geladene aufgedeckt, die dafür sorgten, dass der Strafanstalt die Gäste nicht ausgehen, nämlich für Vertreter der hohen Justiz.
Ausgeschenkt wurde Barbera d'Asti und ein Lagone aus der Toscana; serviert wurde als Pasta Orecchiette con Cima die Rape, als Hauptgang Pollo Cacciatore, dazu gabs - klar doch - Ansprachen und zum krönenden Abschluss ein Dessertbuffet.

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