Skinmed
Doktor Felix Bertram wird Wirt: Lenzburg bekommt ein Top-Restaurant

Skinmed investiert in Lenzburg gegen sechs Millionen Franken. Der Klinik wird unter anderem ein Restaurant auf Gourmetniveau angegliedert.

Urs Helbling
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Die Crew vor der alten Spenglerei: Rebecca Schwörer (30, Restaurantleiterin), Kevin Romes (30, Küchenchef) und Pascal Hobler (27, Sous-chef, v.l.) werden ab Frühjahr 2022 das "Fine Dining"-Restaurant "Skin's the restaurant" von Felix Bertram (46, ganz links) führen.

Die Crew vor der alten Spenglerei: Rebecca Schwörer (30, Restaurantleiterin), Kevin Romes (30, Küchenchef) und Pascal Hobler (27, Sous-chef, v.l.) werden ab Frühjahr 2022 das "Fine Dining"-Restaurant "Skin's the restaurant" von Felix Bertram (46, ganz links) führen.

Sandra Ardizzone / LZB

Vor drei Jahren hat Doktor und AZ-Kolumnist Felix Bertram (46) im Hochhaus des «Im Lenz»-Quartiers (ehemals Hero-Fabrik) seine Klinik mit Schönheits-Etage eröffnet: unten Dermatologie, oben Plastische Chirurgie. Später kam ein Histopathologie-Labor dazu und im letzten Herbst expandierte Skinmed von den ersten drei in die 11. Etage, wo Platz für einen Experten für Haartransplantation und einen Weltstar für Lippen gemietet wurde. Und jetzt setzt das Unternehmen von Felix Bertram zum ganz grossen Sprung an: Einerseits mit der Eröffnung von Aussenstandorten in Olten (Oktober 2021) und Zürich (2023), andererseits mit einer gegen sechs Millionen Franken teuren Erweiterung in Lenzburg. Es gibt zusätzliche Operationssäle, Praxisräume, Patientenzimmer – und ein Restaurant auf Sterneniveau. Das Baubewilligungsverfahren läuft, eröffnet wird im besten Fall im April 2022.

2022 wird Skinmed 140 Angestellte haben

Die alte Spenglerei zwischen Bahnlinie und dem neuen Hochhaus: Einst hat die Hero hier Eimer und Spezialverpackungen aus Metall (nicht Büchsen) hergestellt. Heute sind der Farben-Grosshändler Thymos sowie der Bürokonzept-Experte Witzig eingemietet – und auf dem Dach hat es ein viel diskutiertes Neonlicht-Kunstwerk. Bis vor kurzem befand sich im 1. Obergeschoss ein Coworking. Skinmed wird die beiden Obergeschosse übernehmen – inklusive der Passerelle zum Nachbargebäude.

Als Skinmed im Sommer 2018 in Lenzburg startete, hatte das Unternehmen, dass über eine «Betriebsbewilligung als Spital» verfügt, 40 Angestellte (inklusive dem Stammhaus in Aarau). «Im Frühling 2022 werden es etwa 140 sein», erklärt Felix Bertram. Das Unternehmen öffnet sich:Neben den klassischen medizinischen Behandlungen wird das, wie es Bertram formuliert, «Sich in seiner Haut wohlfühlen» wichtiger. Also ein ganzheitlicher Ansatz. Dazu gehört die Ernährung, die Gastronomie. Diese soll das Kerngeschäft, die Klinik, stärken – etwa, indem die Patienten auf höchstem Niveau verpflegt werden. Aber auch Skinmed als Arbeitgeber attraktiver machen. Der Gastronomie ist eine Produktionsküche angegliedert, in der etwa Speisen für das Personal hergestellt werden.

«Fine Dining»-Lokal mit 34 Plätzen

Das eigentliche Restaurant wird 34 Plätze haben und über einen Cheftable in der A-la-Carte-Küche verfügen. Es heisst «Skin’s - the restaurant», wird in der Startphase jeweils an vier Tagen die Woche (nur Abendservice) offen haben. Das Essen soll ein Erlebnis sein. «Fine Dining», wie es Bertram ausdrückt. Mit einem Bezug zu seinem Kerngeschäft, der Schönheit. Die Stichworte sind hier, Gesundheit, Regionalität, Saisonalität. «Skin’s - the restaurant» wird etwa zehn Angestellte haben. Die Kaderpositionen sind neun Monate vor dem angestrebten Eröffnungstermin bereits vergeben – durchwegs an Personen, die schon in Sternelokalen gearbeitet haben. Küchenchef wird Kevin Romes (30), Sous Chef Pascal Hobler (27) und Restaurantleiterin Rebecca Schwörer (30). Das Lokal ist räumlich weitgehend vom Klinikbetrieb getrennt: Die Gäste werden den Betrieb vom Dammweg aus betreten (im Bereich der Passerelle).

Künftig in Lenzburg acht Operationssäle

Skinmed wird laut Baugesuchsunterlagen 5,3 Millionen Franken investieren. Bertram spricht alles in allem von einer Investition von gegen sechs Millionen Franken. Am Äusseren der alten Spenglerei wird nahezu nichts verändert. Neben dem Restaurant wird Skinmed neu der Bereich «Cosmetology» angegliedert. Im 1. Obergeschoss entstehend fünf Räume für Kosmetikerinnen. Diese werden von Skinmed angestellt sein, aber keine medizinischen Behandlungen durchführen. Im 2. Obergeschoss der alten Spenglerei wird auf 800 Quadratmetern die bisherige Schönheits-Etage erweitert. Etwa mit vier Operationssälen, mehreren Aufwachräumen, drei zusätzlichen Patientenzimmern. Skinmed wird künftig in Lenzburg über acht Operationsräume verfügen. Diese werden unter anderem von den Ärzten der Aussenstandorte für grössere Eingriffe genutzt werden.

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