Lenzburger Jugendfest
Sieg für die Kadetten, Freischaren schon wieder geschlagen

Am Nachmittag waren aller Augen auf das kriegerische Geschehen hinter dem Gofi und auf der Schützenmatte gerichtet: das Manöver als traditionelles Landschaftstheater.

Peter Siegrist
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Die Burg brennt bereits, doch die Freischaren werfen sich noch einmal mit vereinten Kräften in den Kampf – vergebens.
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Die Stahlrösser hatten im aufgeweichten Boden einen schweren Stand. Flinke Marketenderinnen halfen wieder auf die Räder.
Den geschlossenen, gut organisierten Abwehrreihen der Kadetten hatten die Freischaren nichts entgegenzusetzen.
Noch gehört der Schatz den Freischaren
Prominenter Radfahrer aus Aarau Stadtradt Lukas Pfisterer
Geschütze der Freischaren
Geschütze der Kadetten
Freischarenküche verteilt Wienerli
General und Adjutant vor der brenenden Burg
Die neue Stahlrosstruppe
Die Generalität lässt sich das Corps melden
Freischarenküche im Feld
Die Beduinen greifen an
Die Artiellerie zieht ins Feld
Angriff der Stahlrösser
Aufmarsch auf dem Freischarenplatz
Defilee vor dem General
Freischarenmanöver: Die Kadetten siegen schon wieder

Die Burg brennt bereits, doch die Freischaren werfen sich noch einmal mit vereinten Kräften in den Kampf – vergebens.

Peter Siegrist

Grosse Worte und eine vollmundig angekündigte Geheimwaffe bringen noch lange keinen Sieg. Weder über die Kadetten, geschweige denn über die Stadt. Diese bittere Erfahrung musste das Freischarencorps am Freitagnachmittag machen und eine weitere Niederlage einstecken.

In grosser Übermacht gegenüber den 260 Kadetten fuhren und marschierten über 600 Freischaren aus allen Herren Ländern in einem Umzug durch die Stadt und zogen aufs Schlachtfeld hinter dem Schlossberg.

Die Freischaren-Artillerie mit schwerem Geschütz leitete den Endkampf ein. Und getreu dem Ruf des Generals Stephan il notaio ex Pralino nahmen die Fusstruppen den Kampf gegen die Kadetten auf. Mit gezielten Scharmützeln versuchten sie, die Kadetten zurück in die Wälder hinter dem Goffersberg zu treiben. Siegessicher ritten General und sein Stab über die Ebene auf dem Goffersberg und verfolgten das Geschehen vom hohen Ross.

Tausende von Zuschauern hatten sich nach dem Umzug auf den Schlosshügel und in die Schützenmatte begeben um dem malerischen Spiel zuzuschauen. Bald zeigte sich, die Kadetten trieben die Freischaren auf die Schützenmatte zurück, wo es dann zum letzten grossen Gefecht kam.

Die Artillerie beider Seiten feuerte aus allen Rohren, die Reiterei verbreitete Angst und Schrecken. Und dann warf der General seine Stahlrösser in die Schlacht. Doch auch dies brachte keine Wende mehr . Die Kadetten zogen die Schlinge zu. Als dann die Burg der Freischaren lichterloh brannte, blieb dem General, wie schon in den vergangenen Jahrzehnten, nur noch die Kapitulation. Er überreichte Kadettenhauptmann Cassian Cueni seinen Säbel.

Lenzburg feiert an seinem Jugendfest alle zwei Jahre dieses traditionelle Manöver, ein farbenfrohes Landschaftstheater mit weit über tausend Mitwirkenden. Der Jugendfestbrauch geht auf das Jahr 1852 zurück. Seit Auflösung des offiziellen Kadettenunterrichts 1974, betreut die Freischaren-Commission ein freiwilliges Kadettenkorps mit Schülerinnen und Schülern ab der 5. Klasse.

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