Lenzburg
Sie lebt in der Altstadt und ist von den Gaukeleien ohnehin umzingelt

Am Gauklerfestival treten Artisten aus der ganzen Welt auf, ohne eine Gage zu bekommen. Mittendrin: die deutsche Fernsehjournalistin Andrea Hauner, die hilft, das mehrtägige Festival zu organisieren.

Ruth Steiner
Drucken
Teilen
Andrea Hauner wirkt seit vielen Jahren mit bei der Organisation des Gauklerfestes in Lenzburg. Sie war vorher Journalistin in Deutschland. Mario Heller

Andrea Hauner wirkt seit vielen Jahren mit bei der Organisation des Gauklerfestes in Lenzburg. Sie war vorher Journalistin in Deutschland. Mario Heller

Mario Heller

Ob der Frage ist Andrea Hauner einen kurzen Moment baff und stutzt. Diese lautet: Weshalb legt sich eine deutsche Fernsehjournalistin aus der riesigen Weltstadt Hamburg für ein Kleinkunstfestival in einer beschaulichen Schweizer Kleinstadt derart ins Zeug?

Wenn es ums Gauklerfestival geht, hat die Kommunikationsverantwortliche der mittlerweile wohl grössten Strassenkunstveranstaltung in der deutschen Schweiz so kurz vor dem Anlass anderes im Kopf als persönliche Befindlichkeiten. Hauner schmunzelt, die Erklärung sei einfach. «Ich habe mich vor vier Jahren auf die Zeitungs-Annonce gemeldet, mit der Mitstreiter gesucht wurden.»

Mitten in der Altstadt wohnhaft, sei sie vom Festival im August jeweils buchstäblich umzingelt, hatte längst Feuer gefangen für den mehrtägigen Anlass. Er passe hervorragend zu Lenzburg, findet sie. «Die alte Kunst geht perfekt einher mit dem historischen Stadtbild.»

Gauklerfestival

Das Gauklerfestival findet statt vom 13. bis 16. August. Freier Eintritt zu den Open-Air-Bühnen in der Altstadt ab Freitagabend, 14. August, bis Sonntag, 16. August.
Comedy-Night mit Starbugs im alten Gemeindesaal, Freitagabend, 20 Uhr, Fr. 35.–, Vorverkauf Tourismus Lenzburg Seetal, Lenzburg. (str)

Professionelles Künstlerfeld

Derartige Veranstaltungen waren Hauner aus Deutschland völlig unbekannt gewesen, die Neugier der Journalistin war geweckt. Sie wurde im OK mit offenen Armen empfangen und ist seither – wen wunderts – für die Kommunikation des Gauklerfestivals zuständig. «Es gefällt mir, ich habe grossen Spass an dieser Arbeit.» Und es ist nicht wenig. «Jeder im OK schmeisst seine Fähigkeiten ins Rennen», sagt Hauner, das ermögliche, dass dieser kleine Ort einen derart grossen Event überhaupt auf die Beine stellen könne.

Die Arbeit der Kommunikationsverantwortlichen nimmt zu, je näher der Anlass ins Blickfeld rückt. «Die Medien für das Gauklerfestival zu begeistern, das ist keine einfache Aufgabe», lacht Hauner. Mal kommen sie, mal nicht. In diesem Jahr hofft sie, mit der breiten Künstlerpalette punkten zu können. So international wie heuer war sie noch nie.

Es habe extrem viele neue Klein-Künstler mit anspruchsvollen Shows. «Das sind alles absolute Profis, die Zirkus- und Akrobatikschulen auf der ganzen Welt besucht haben.» Vom Freitagabend bis zum Sonntag werden die Strassen und Plätze in der Innenstadt bespielt mit grandiosen Feuershows, Comedy, Jonglage, atemberaubender Akrobatik, und bezaubernder Clownerie.

Da ist zum Beispiel Eisuke aus Japan, ein Meister des Diabolos oder das Duo Laos aus Argentinien mit eine rasanten Tango-Artistik und Mute, zwei Pantomimen aus Thailand, die mit einer berührenden Liebesgeschichte entzücken. Zu den rund 25 ausgewählten Performern gehören auch E1nz aus der Schweiz. Mit spektakulärer Luftartistik, Jonglage, Tanz und Theater ziehen sie das Publikum in ihren Bann. Künstler aus Ungarn, Deutschland und der Schweiz verweben Licht und Feuer zu einem einzigartigen Kunstwerk. Alle Vorführungen in der Open-Air-Arena Altstadt sind frei, die Künstler werden mit Hutgeld belohnt.

Comedy-Night am Freitag

Den Auftakt zum diesjährigen Gauklerfestival macht die Comedy-Night am Freitagabend, 14. August. «Starbugs» behaupten von sich selbst, die lautesten Pantomimen der Welt zu sein, die mit allem spielen, was ihnen gerade in die Hände kommt. Die drei Berner Künstler sind nicht zum ersten Mal in Lenzburg, waren auch schon zu Gast in der Arena des Zirkus Knie. Nun haben sie ihr erstes abendfüllendes Programm zusammengestellt. «Crash Boom Bäng» ist entstanden unter der Regie von Nadja Sieger «Nadeschkin».

Beste Aussichten also für das diesjährige Gauklerfestival. Und Andrea Hauner ist guter Dinge, dass sich bis dahin auch die Temperaturen wieder einpendeln. «Zu heisses Wetter ist dem Zuschaueraufmarsch nicht zuträglich. So 25 Grad wäre gut, falls möglich», sagt sie und wendet den Blick himmelwärts.

Aktuelle Nachrichten