Christoph Burger hat sich dem «Urban Exploring» verschrieben, das bedeutet, der Fotograf ist unterwegs auf der Suche nach verlorenen, vergessenen Gebäuden. Diese «Lost Places» wie «Ruinen-Fotografen» sagen, dokumentiert Burger in Farbe und Schwarzweiss.

Gemeinsam mit Madeleine Staubli, Kunstmalerin in Menziken, hat er während der letzten Jahre in Italien verschiedene verlassene Psychiatriekliniken aufgesucht. Kliniken die zum Teil bis 1990 in Betrieb waren. Während Burger fotografisch dokumentiert, lässt sich Staubli von den vorgefundenen Räumen und Einrichtungen zu Bildern inspirieren, die durch ihre Unmittelbarkeit berühren.

Gegenwärtig zeigen die Malerin und der Fotograf ihre Werke in der ehemaligen Fabrik E3 in Beinwil am See. Dort wo einst Tabakprodukte hergestellt wurden, wo bis vor kurzer Zeit Halter-Bonbons abgepackt wurden, haben die beiden ihre Fotografien und Gemälde aufgehängt. Mit einigen Rauminstallationen stellt Madeleine Staubli zudem eine direkte Verbindung zwischen Bildern und Raum her.

Roger Mathis, Leiter des Bürgerheims Menziken, wies in seiner Vernissage-Ansprache auf die politischen Aussagen der beiden Kunstschaffenden hin. «Mit den Bilder aus den verlassenen und zerfallenden Manicomi (Kliniken) weisen sie auf eine unrühmliche Epoche der italienischen Geschichte hin», sagte Mathis. Burgers «Bilder des Schreckens» seien trotzdem schön und liessen die Empathie und den Respekt des Fotografen für die Opfer erkennen. Vor allem in der Zeit des Faschismus in Italien seien unter Mussolini Tausende von andersdenkenden Menschen in Kliniken weggesperrt worden.

Die Ausstellung mit 70 Arbeiten in den Formaten von 50 mal 50 bis zu 116 mal 170 Zentimetern bietet einen Einblick in die heutigen Zustände der verlassenen Kliniken mit ihren Einrichtungen. Typisch für die Lost Places oder Ruinen-Fotografie ist, dass nur mit dem vorhandenen Licht fotografiert wird und dass an der vorgefundenen Situation nichts arrangiert oder verändert wird. Daran hält sich Christoph Burger strikte.

Madeleine Staubli hingegen lässt ihrer Inspiration freien Lauf und zeigt in ihren Bildern auch Menschen in dieser Umgebung. Trotz aller Ästhetik und Faszination der Bilder ist immer auch der gesellschaftskritische Aspekt zu spüren, der letztlich auch in die Frage mündet: «Wo hört Normalität auf und wo beginnt das Kranksein?»

Abteilung E3, Ort: Luzernstrasse 24, Beinwil am See. – Ausstellung bis zum 17. September, – Öffnungszeiten: Samstag/Sonntag, 14 bis 18 Uhr; Dienstag bis Freitag 17 bis 21 Uhr. Montag geschlossen.