Er ist im doppelten Sinne Kopf: Einerseits steht er als Göpf von der Flüe mit krummer Zigarre im Mundwinkel auf der Bühne, anderseits steckt er als Programmleiter wesentlich hinter der Idee. Der Turnerabend erzählt eine Geschichte. Ein Quartett möchte zum Wohle ihrer Berghütte eine Seilbahn; allein, es fehlt am Kleingeld.

Dreijahresturnus

Hübscher weist auf einen wichtigen Punkt hin: «Wir machen alle drei Jahre einen Turnerabend. So können wir mehr investieren, als wenn wir alle Jahre aufträten.» Und so macht man das Publikum hungrig. Nicht nur auf das Menu des Gala-Abends vom Freitag, an dem sich auch der Gemeinderat vollzählig die Ehre gab. Der Verein zählt 420 Mitglieder; gegen 300 davon, viele junge, machen am Turnerabend mit. Auch das bringt Besucher. Turnerfamilie, das scheint in Rupperswil mehr als eine Floskel zu sein. Ein Besucher, seit 33 Jahren im Dorf ansässig, bringt es auf den Punkt: «Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.» Viele der heutigen «Stars» hat er als Kinder mit ihren Eltern an Turnerabenden gesehen.

Roter Faden mit Humor

Das haben inzwischen alle gemerkt: Das rein Sportliche zieht nicht. Es ist die Mischung, die es macht. Die Leute erwarten eine Show mit artistischen Elementen, aber sie wollen auch lachen. Und dafür sorgt die Rahmengeschichte. Da werden Sprüche geklopft, Gags kredenzt, Kalauer abgesondert, nationale Klischees im Multipack gepflegt, die vielleicht nicht immer politisch korrekt sind, von der Selbstironie der eidgenössischen Älpler aber entschärft werden. Göpf als im Muotathal geschulter Meteorologe kennt auch Bauernregeln: «Cremen sich die Kühe ein, wirds ein heisser Sommer sein.»

Filmeinspielungen von der Alp gehen in Sketches auf der Bühne über, und die Geldnot macht erfinderisch. So produzieren sich die Vier von der Alp in einer Talentshow. Eine köstliche Parodie mit dankbarer Jury: von Rohr, Rigozzi und Schawinski.

Füdli schwenken und Barrenkür

Die Musik nicht nur aus der Konserve. Die Sängerin Yasmine Meguid singt live. Präzise eingesetzte Pyroeffekte, Nebel und unterschiedlich hinterleuchtete Bergkulissen schaffen Atmosphäre für die Darbietungen der Riegen. Diese nehmen die Geschichte auf, treiben sie weiter. «Wir haben das Thema vorgegeben, damit es ein rundes Ganzes gibt», sagt Jérôme Hübscher. Füdli schwenken und Barrenkür; der Schweizer Käse kommt ebenso auf die Bühne wie das Fahnenschwingen. Ob der reiche Inder die Seilbahn sponsert? Auf jeden Fall setzt die Mädchenriege als Inderinnen optisch und musikalisch einen hübschen Farbtupfer. Am Samstag, 24. November kann man die Mittagvorstellung um 11 Uhr, es gibt nur eine Tageskasse, besuchen.