Region

Seon weibelt für sein Bad: Gemeinden sollen sich am Betriebsdefizit beteiligen

Von den jährlich 100 000 bis 140 000 Besuchern kommen eine beträchtliche Anzahl aus den Nachbargemeinden, Lenzburg, Staufen, Seengen und Schafisheim.

Von den jährlich 100 000 bis 140 000 Besuchern kommen eine beträchtliche Anzahl aus den Nachbargemeinden, Lenzburg, Staufen, Seengen und Schafisheim.

Weil das Hallenbad in Seon rote Zahlen schreibt, sollen sich die Gemeinden in der Region am Betriebsdefizit beteiligen.

7,6 Millionen Franken investiert die Gemeinde Seon in die Sanierung ihres Hallenbads. Anfang 2020 soll das Bad wieder geöffnet werden. Bereits jetzt ist jedoch klar, dass der Badbetrieb nicht kostendeckend geführt werden kann. Das war bereits in der Vergangenheit so. Die Gemeinde Seon rechnet mit einem Defizit zwischen 250 000 und 300 000 Franken pro Jahr.

Der Gemeinderat möchte dies ändern und hofft, dass sich die Mitglieder des Gemeindeverbands Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS) an den Betriebskosten beteiligen. An der letzten LLS-Vorstandssitzung hat Gemeinderat Erich Lüdi das Seener Anliegen vorgetragen. Begründet wird der Vorstoss damit, dass das Hallenband Seon nicht nur von der Seener Bevölkerung genutzt wird.

Auch aus der Region strömen täglich Besucher ins Bad. Der Gemeinderat hat über die Herkunft der Badbenutzer eine Erhebung gemacht. Von den jährlich 100 000 bis 140 000 Besuchern kommen eine beträchtliche Anzahl aus den Nachbargemeinden, Lenzburg, Staufen, Seengen und Schafisheim.

Bei der Präsentation des Projekts hoben Erich Lüdi und Kathrin Härdi als Beraterin den regionalen Aspekt des Bades hervor. «Das Hallenbad Seon ist schon lange ein regionales Hallenbad, genau so wie auch der Bahnhof Lenzburg, das Stapferhaus oder das Seewasserwerk», so Härdi.

Was erwartet Seon nun von den LLS-Gemeinden? In Seon wurde berechnet, dass mit einem Beitrag von drei Franken pro Einwohner je LLS-Gemeinde das erwartete Betriebsdefizit grossenteils abgefedert werden könnte. Der Beitrag wird nicht à-fonds-perdu erwartet. Gemeinden, welche sich finanziell beteiligen, erhalten eine Gegenleistung. «Wer sich finanziell beteiligt, erhält eine Garantie für den Schulschwimmunterricht und wird gegenüber Drittgemeinden bevorzugt behandelt.»

Hinzu kommt eine je von der Gemeindegrösse abhängige limitierte Anzahl 12-er Abonnements, die zu 20 Prozent ermässigt sind. Als weitere Gegenleistung verspricht Lüdi dem regionalen Charakter entsprechend eine neue Namensgebung für das Hallenbad. Zum Beispiel «Hallenbad der Region».

Die ersten Reaktionen der Gemeindeammänner fielen verhalten aus. Jene Gemeinden mit eigenen Freibäder oder jene, die sich bereits andernorts beteiligen, gaben sich sehr zurückhaltend. Kritisiert wurde allgemein, dass die Gegenleistungen zu wenig klar beziffert worden sind.

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