Seon
Traktandum kommt an die Gmeind: Seon will eine eigene Bauverwaltung

Der Gemeinderat beantragt die Schaffung von 1,6 Stellen. Die Gemeindeversammlung soll einen Landverkauf bewilligen.

Anja Suter
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Geht es nach der Käuferin sollen an der Seetalstrasse bald Wohnungne und eine Bäckerei entstehen.

Geht es nach der Käuferin sollen an der Seetalstrasse bald Wohnungne und eine Bäckerei entstehen.

Zvg

Es sind klare Worte, die in den Unterlagen der Gemeindeversammlung vom 11. Juni zu finden sind. «Der Gemeinderat ist mit den Leistungen der Bauverwaltung unzufrieden und hat die Zusammenarbeit mit der externen Bauverwaltung, Flury Planer + Ingenieure AG, per 31. Dezember 2021 aufgelöst und ihnen die Räumlichkeiten im Gemeindehaus gekündigt.»

Die heutigen Abläufe der externen Bauverwaltung böten zahlreiche Schnittstellen und damit verbundene Ungereimtheiten. «Ausserdem steigt die Komplexität der Materie sowohl im Bereich der baupolizeilichen Prüfungen sowie aber auch bei gemeindeeigenen Projekten», heisst es.

Geplant ist eine hybride Lösung

Die Herausforderungen will die Gemeinde mit der Schaffung einer Bauverwalterstelle bewältigen. Dadurch würden sich weniger Schnittstellen ergeben, eine Qualitätssteigerung durch eine einheitliche Prüfung und eine schnellere Abwicklung der Gesuche und damit der Entwicklung der Gemeinde seien die Folge. «Im Aargau gibt es zwischen 46–50 Gemeinden mit mehr als 4000 Einwohnerinnen und Einwohnern, wobei nur zwei Gemeinden, Möriken-Wildegg und Seon keine eigenen Bauverwaltung betreiben.»

Der Gemeinderat hat mehrere Varianten einer möglichen Reorganisation geprüft wie eine externe Bauverwaltung ausserhalb des Gemeindehauses, eine externe Bauverwaltung innerhalb des Gemeindehauses, eine eigene Bauverwaltung oder eine hybride Mischform von intern und extern. «Dabei hat er sich letztlich für die hybride Form entschieden.» Diese sehe man als eine Art «Bauverwaltung+».

Eine Bauverwaltung bei der eigenes Personal für die Führung der Abteilung und Zusatzaufgaben angestellt und Teilleistungen wie baupolizeiliche Kontrollen, Profilkontrollen und Schlussabnahmen weiterhin extern eingekauft werden sollen. Der Gemeinderat beantragt an der Gemeindeversammlung 160 Stellenprozente für die Bauverwaltung.

60'000 Franken für den Gemeindeammann

Ausserdem geht es an der Gmeind auch um die Gemeinderatsentschädigung. Diese soll unverändert wie in der aktuellen Amtsperiode bleiben. Das heisst, für den Gemeindeammann 60'000 Franken pro Jahr und für Vizeammann und Gemeinderäte je 30'000 Franken jährlich.

Hinzu kommt ein Globalbudget von 20'000 Franken dessen Verteilung der Gemeinderat jeweils zu Beginn des Jahres anhand der Ressortverteilung, in Berücksichtigung der anstehenden Projekte der jeweiligen Mitglieder beschliesst.

Die Entschädigung sei so zu verstehen, dass sämtliche Zusatzeinkünfte wie unter anderem Präsidialentschädigungen, Sitzungsgelder und Einnahmen aus Verbänden und Gemeinden an die Gemeinde Seon abgetreten werden und der Gemeinderat ausschliesslich das ausgewiesene Honorar einnehme.

Vielleicht bald eine Bäckerei mehr im Dorf

Auch ein Grundstück in der Wohn- und Gewerbezone an der Seetalstrasse soll veräussert werden. Die Gemeinde möchte die 628 Quadratmeter Parzelle zum Preis von 471'000 Franken an die Nushi Immobilien GmbH verkaufen. Gemäss Website der Firma ist eine Überbauung «mit fünf topmodernen Wohnungen in hohem Ausbaustandard und einer Bäckerei im Erdgeschoss» geplant.

Die Nushi Immobilien AG realisiere derzeit bereits am Breitenweg ein Wohn- und Gewerbehaus. Mit neun Wohnungen und Büroräumlichkeiten. Ebenfalls auf der Traktandenliste: die Reorganisation der Bevölkerungsschutzorganisationen. Im Kanton Aargau sollen unter anderem die Anzahl der Zivilschutz- und Bevölkerungsschutzregionen von heute 22 auf 12 reduziert werden.

In der Region wird angestrebt, dass sich die beiden Organisationen «Lenzburg» und «Seetal» zu einer Organisation, der Bevölkerungsschutzregion Lenzburg Seetal zusammenschliessen. Diese wird aus 24 Vertragsgemeinden bestehen. Leitgemeinde ist Lenzburg.