Seon
Seener Gestaltungsplan zeigt: In der «Giessi» sollen 107 Wohnungen gebaut werden

Auf dem heutigen Industrie-Areal soll eine Überbauung mit einem Dutzend Häusern entstehen. Ein Teil davon könnte höher gebaut werden als bisher erlaubt.

Florian Wicki
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Giessi Seon – Auf dem Areal der Estech AG wurde ein Gestaltungsplan verhängt. Hier soll dereinst eine Überbauung mit 12 Häusern entstehen.

Giessi Seon – Auf dem Areal der Estech AG wurde ein Gestaltungsplan verhängt. Hier soll dereinst eine Überbauung mit 12 Häusern entstehen.

Florian Wicki / Aargauer Zeitung

Entlang des Aabachs etwa auf Höhe Restaurant Frohsinn werden in absehbarer Zeit rund 1,2 Hektare oder etwa eineinhalb Fussballfelder Land frei. Dies, weil die an der Aabachstrasse gelegene Estech Group AG (ehemals Emil Suter Maschinenfabrik AG) umziehen will. Nach einem Rückbau der Industriehallen werden also rund 12 000 Quadratmeter Fläche bebaubar, und das mitten im Dorf.

Gestaltungsplan verlangt nachweisbaren Mehrwert

Der Gemeinderat hat das Gebiet mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt, als es im Rahmen der letzten Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) zur Wohnzone 3 umgezont wurde. Nun erfährt man im Richtprojekt, wofür das Areal in Zukunft genutzt werden soll, nämlich für eine Wohnüberbauung: Bis zu 12 Häuser mit insgesamt 107 Wohnungen sind möglich.

Mit dem Gestaltungsplan – der vom 5. Juli bis 31. August bei der Seener Bauverwaltung aufliegt – ist es ausserdem erlaubt, bestehende Richtlinien der BNO zu umgehen. Das aber nur, falls die Umgehung einen nachweisbaren Mehrwert oder eine Verbesserung für das Wohl der Gemeinde bietet.

Projekt ist im Sinne der Verdichtung

Konkret heisst das im vorliegenden Fall, dass erstens die Ausnützungsziffer auf dem Gebiet von 0,7 auf 0,87 erhöht wird. Zweitens wird bei sechs der 12 Häuser die maximale Höhe erhöht, so dass diese – jene entlang des Aabachs – vier- statt dreigeschossig und 15 Meter statt 12 Meter hoch gebaut werden dürfen. Und drittens wird auch der Mindestabstand der Häuser von 14 Meter auf 8 Meter gesenkt.

Mit dem Gestaltungsplan werde ein haushälterischer Umgang mit dem Seener Boden und eine hohe bauliche Dichte ermöglicht: Gemäss Planungsbericht werden auf dem Areal rund 220 bis 240 Einwohner wohnen. So betrage die Einwohnerdichte rund 200 Einwohner pro Hektare, weit mehr als der im kantonalen Richtplan vorgegebene Mindestwert von 75 Einwohner pro Hektare.