Seon
Millionen-Projekt: Nach über 50 Jahren soll das Hertimatt 1 Schulhaus verschönert werden

Am Politapéro am Dienstagabend informierte der Gemeinderat die Stimmbürger über die möglichen zwei Varianten für die Sanierung des Schulhauses. Eine Vergrösserung des Hertimatt 1 ist möglich, aber nicht günstig.

Anja Suter
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Entspricht nicht mehr den energetischen Anforderungen; das Schulhaus Hertimatt 1.

Entspricht nicht mehr den energetischen Anforderungen; das Schulhaus Hertimatt 1.

Britta Gut

«Zusammenschlussprojekt #zämevorwärts» hiess es auf der Einladung zum Politaustausch der Gemeinde Seon vom Dienstagabend. Dieser Programmpunkt dürfte wohl auch einige Seenerinnen und Seener angelockt haben. Sie werden sich aber weiterhin gedulden müssen, eine Diskussion zum Zusammenschluss gab es am Dienstagabend nicht. Gemeindeammann Hans Peter Dössegger verwies aber auf die Orientierungsveranstaltung welche die drei Gemeinden Seon, Dürrenäsch und Hallwil am 28. Oktober gemeinsam in der Dreifachturnhalle in Seon durchführen werden. «Dann möchten wir zeigen, wie die Idee entstanden ist, was aktuell geplant ist und wieso wir davon überzeugt sind», sagte er.

Doch auch ohne das Zusammenschlussprojekt waren die Traktanden am Seoner Politaustausch reichhaltig. Nach über 50 Jahren soll das Schulhaus Hertimatt 1 saniert werden. Es wurde 1969 in Betrieb genommen. «Viele der hier Anwesenden sind wahrscheinlich in dem Schulhaus zur Schule gegangen, viel verändert hat sich nicht», sagt die zuständige Gemeinderätin Christine Iten. Das Hertimatt 1 bietet Platz für 19 Schulzimmer, ein Lehrerzimmer und wird von den Oberstufenschülerinnen und -schülern benutzt. Nach einer Zustandsanalyse 2016 habe man gesehen, dass das Schulhaus kurz- und mittelfristig Sanierungsbedarf habe, sagt Iten. Der Projektierungskredit wurde an der Sommergmeind 2019 bewilligt.

Zwei Varianten stehen zur Wahl

Rolf Spaeti, Fachplaner der Spaeti Konzept AG, präsentierte den Anwesenden das Projekt, welches im vergangenen Jahr erarbeitet wurde. «Am bestehenden Grundriss wird wenig verändert werden.» Die geplante Sanierung ist umfassend. Unter anderem entsprechen die Stahlstützen vor den Fenstern nicht mehr den Brandschutzvorschriften – sie werden ersetzt. Zudem erfüllt das in die Jahre gekommene Schulhaus die energetischen Anforderungen nicht mehr und auch die elektrischen Anlagen müssen ausgetauscht werden. Auf der Liste der sanierungsbedürftigen Posten sind auch die sanitären Anlagen zu finden, zudem sind schalldichte Wände für die Schulzimmer und neue Bodenbeläge geplant.

Die Sanierung wird die Seenerinnen und Seener etwas kosten, geht es nach dem Gemeinderat sollen sie sich für die Variante A entscheiden: ein Kredit für 6,96 Millionen Franken. Variante B beinhaltet zusätzlich zur Sanierung noch eine Aufstockung des Hertimatt 1. Die dadurch entstehenden vier Schulzimmer schlagen mit 1,83 Millionen Franken zu Buche. Was insgesamt einen Kredit von 8,79 Millionen Franken bedeuten würde.

Sanierung soll ein Jahr dauern

Der Gemeinderat plädiert für eine reine Sanierung. Dies, weil er nur so viel Schulraum schaffen möchte, wie es tatsächlich braucht. Eine Metron-Studie ergab, dass der Höchststand an Schülerinnen und Schüler 2026/2027 erreicht wird. Auch da reicht der Platz aus. Es wird erwartet, dass die Schülerzahlen später wieder rückläufig sein werden. Eine Aufstockung ist zudem auch später noch möglich. Egal, für welche Variante die Gmeind sich am 26. November entscheidet. Für die Sanierung werden die Schülerinnen und Schüler das Schulhaus verlassen müssen. «Wir erwarten eine Bauzeit von rund einem Jahr», so Spaeti. Während dieser Zeit werden die Jugendlichen an drei Orte verteilt. Das leerstehende Seetalschulhaus soll mit neun Schulzimmern reaktiviert werden. Auch die reformierte Kirchgemeinde Seon bietet Platz für zwei Schulzimmer. Die restlichen Schüler werden in fünf mobilen Containern auf dem roten Platz unterrichtet.

Das Seetalschulhaus bietet Platz für neun Schulzimmer.

Das Seetalschulhaus bietet Platz für neun Schulzimmer.

Britta Gut

Der Sanierungsbedarf des Schulhauses war bei den Anwesenden unbestritten. Einige plädierten jedoch für einen Neubau. Auch dieser wurde in Betracht gezogen, so Christine Iten. Gemäss einer Hochrechnung auf der Basis des Hertimatt 3 würde ein Neubau 11 Millionen Franken kosten. Vieles sei da aber noch nicht eingerechnet. «Man kann da keine Zahl aus dem Bauch sagen», ergänzt der Fachplaner. Was heute schon klar ist: Nach der Sanierung des Hertimatt 1 soll dem Areal Seetalschulhaus neues Leben eingehaucht werden. Ob das Areal, auf dem auch das Feuerwehrmagazin steht, veräussert wird oder von der Gemeinde bebaut, entscheidet dann die Gemeindeversammlung.

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