Seon
Hallenbad verkürzt wegen 2G-plus-Regel seine Öffnungszeiten: Das Abo pausieren kann man gegen eine Gebühr von 50 Franken

Das Hallenbad in Seon passte seine Öffnungszeiten an, weil sie durch die verschärften Massnahmen mit weniger Besuchern rechnen. Nicht alle Kunden haben Verständnis dafür.

Zara Zatti
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Das Hallenbad in Seon reagierte auf die verschärften Massnahmen des Kantons.

Das Hallenbad in Seon reagierte auf die verschärften Massnahmen des Kantons.

Sandra Ardizzone

Am 20. Dezember hat der Kanton Aargau seine Coronamassnahmen verschärft. Für Schwimmbäder gilt seitdem die 2G-plus-Regel. Heisst: Die Besucherinnen und Besucher müssen geimpft oder genesen sein und zusätzlich ein negatives Testergebnis vorweisen. Kein Test brauchen Personen, die vor weniger als vier Monaten geimpft wurden.

Das Hallenbad in Seon reagierte auf die Verschärfung, und verkürzte seine Öffnungszeiten. War das Hallenbad vor der Verschärfung 70 Stunden in der Woche geöffnet, sind es jetzt noch etwas mehr als 41. Der Zugang zur Blocksauna wurde von 80 Stunden auf 51 Stunden reduziert. Das entspricht einer Reduktion von 42 Prozent, beziehungsweise 37 Prozent. Die Änderungen dauern voraussichtlich bis am 24. Januar, wie es auf der Homepage des Hallenbades heisst.

Verkürzte Öffnungszeiten verärgern die Jahresabonnenten

Dass man das Sport- und Wellnessangebot jetzt weniger nutzen kann, das bekommen vor allem Jahresabonnenten zu spüren, die für die regulären Öffnungszeiten bezahlt haben. Ein solcher meldete sich in seinem Ärger bei dieser Zeitung. Er fragte beim Hallenbad an, ob er aufgrund der reduzierten Öffnungszeiten, auch einen Teil seiner Jahresabo-Kosten zurückerstattet oder eine Zeitgutschrift erhält. Doch Jahresabonnenten können ihr Abo lediglich gegen eine Gebühr von 50 Franken pausieren. Ein Abo für das Hallenbad kostet im Jahr 350 Franken, für die Blocksauna 620 Franken.

Der Abonnent stellt in seinem E-Mail die Frage:

«Ist das eine Ignoranz oder eine Oberflächlichkeit oder schlicht und ergreifend eine Frechheit?»

Wir fragen bei Hans Peter Dössegger, Gemeindeammann von Seon, nach. «Durch die verschärften Massnahmen ist die Besucherzahl eingebrochen, was zu tieferen Einnahmen führt.» Deshalb habe man auch den Aufwand, also die Öffnungszeiten reduzieren müssen. Dass das Bad nun weniger geöffnet werden kann, bedauert auch Dössegger:

«Es gibt Bäder, die ganz geschlossen haben. Wir versuchen so gut wie möglich unseren Bad- und Saunabetrieb für unsere Kunden auch unter diesen erschwerten Bedingungen offen zu halten.»

Und wieso die Gebühr von 50 Franken für das Pausieren? «Die Gebühr soll die administrativen Aufwendungen decken, welche für die Sperrung und Entsperrung entstehen. Solche Gebühren sind beispielsweise bei Fitnesscentern weit verbreitet.» Den Ärger über die Lösung im Hallenbad Seon kann Dössegger nicht nachvollziehen: «Jeder Betrieb muss aktuell einen Umgang mit der schwierigen Situation finden, die Betriebswirtschaftliche Sicht muss jedoch mitberücksichtigt werden.»

Die neue Rutsche ist bunter und auf der anderen Beckenseite.
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Die Badmeister Andy Dal Molin, Roger Fuchs und Daniel Scheibler an ihrem erneuerten Arbeitsplatz.
Im Untergeschoss des Bades entstand ein neuer Saunabereich.
... inklusive einer Finnischen Sauna.
«Durch die Anpassung der Beckenkrone ist das Becken nicht grösser, aber tiefer. Der Wasserpegel hat sich um 22 Zentimeter erhöht», erklärt Bademeister Roger Fuchs.
Das Hallenbad Seon ist unter der Woche ab elf Uhr morgens geöffnet. Zuvor finden private Kurse und Unterricht verschiedener Schulklassen aus der Region statt.

Die neue Rutsche ist bunter und auf der anderen Beckenseite.

CH Media

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