Seon
Eine unendliche Geschichte geht überraschend in die Verlängerung

Mit dem Bau der SBB-Haltestelle Seon Nord wird doch nicht Ende März begonnen, wie noch im Januar angekündigt worden ist.

Valérie Jost
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Hier soll die Haltestelle Seon Nord dereinst entstehen.

Hier soll die Haltestelle Seon Nord dereinst entstehen.

Urs Helbling

Das ist ein Stich ins Herz der Bahnpassagiere von Seon. Sie müssen weiter auf eine zusätzliche Haltestelle des «Seetalers» warten. Wie der Gemeinderat bekanntgab, kann der Baustart für das Projekt Seon Nord nicht, wie vom Kanton im Strassenbauprogramm vorangekündigt, Ende März erfolgen, sondern «verschiebt sich bis auf weiteres».

Die Enttäuschung, die die Mitteilung auslöst, lässt sich nur erahnen - schliesslich wartet die Gemeinde wegen mehrerer Verzögerungen schon seit bald 19 Jahren auf die Haltestelle, die rund 700 Meter vom Bahnhof (vor dem Abzweiger Richtung Schafisheim) entfernt erstellt werden soll.

Dabei hätte die Odyssee nun endlich ein Ende haben sollen: Seit Anfang Februar dieses Jahres liegt die Baubewilligung vor. Nur noch die Finanzierung war pendent - und genau daran scheiterte nun der Frühlings-Baustart. Im Rahmen der Kreditüberprüfung wurde eine Finanzierungslücke des Kantonsanteils festgestellt, schreibt der Gemeinderat Seon.

Der bisherige Kredit reicht nicht aus

«Wie bei solch einem Projekt üblich, wurde eine Endkostenprognose erstellt», erklärt Marco Lombardi von der Abteilung Verkehr des Kantons Aargau. Dies sei für die zukünftige Haltestelle Seon Nord Ende 2020 geschehen, nachdem die letzten geschätzten Ausführungskosten der SBB eingetroffen seien. Nach der anschliessenden Prüfung der gesamten Kosten sei dann klar geworden, dass der Anteil des Kantons - der vom Regierungsrat bereits bewilligte Baukredit - nicht ausreichen werde.

Insgesamt sollte die neue Haltestelle nach letztem Stand rund 2,7 Millionen Franken kosten. Nun sind die Kosten also erneut angestiegen - auf welchen Betrag genau, ist noch nicht bekannt.

Keine höheren Kosten für die Gemeinde

Klar ist dagegen, dass der Kanton die in der Zwischenzeit aufgekommenen Zusatzkosten alleine tragen muss: «Wir haben mit dem Kanton abgemacht, dass unser Beitrag plafoniert ist», sagte der Seener Gemeindeammann Hans Peter Dössegger gegenüber der AZ am 11. Februar.

Wegen der höheren Kosten muss der Grosse Rat nun nachträglich einen neuen Baukredit bewilligen. Dies geschieht voraussichtlich bis Mitte 2021; erst danach kann der Baustart erfolgen. Wann der Spaten definitiv angesetzt werden kann, ist gemäss der Gemeinde Seon noch unklar.