Lenzburg

Seit 20 Jahren kümmert sich Markus Schmid um Christbäume: Er kennt alle Tipps und Tricks

Förster Markus Schmid vom Forstbetrieb Lenzia im Pflanzgarten bei den letzten Vorbereitungen für den Christbaumverkauf.

Förster Markus Schmid vom Forstbetrieb Lenzia im Pflanzgarten bei den letzten Vorbereitungen für den Christbaumverkauf.

Beim Forstbetrieb Lenzia darf sich jeder Mitarbeitende einen Weihnachtsbaum aussuchen. Für Förster Markus Schmid ist das Pech: Aus gut 500 Bäumen sucht sich Lehrtochter Amira Ishteiwy genau die Tanne aus, auf die er insgeheim auch schon ein Auge geworfen hatte. Mit einem Lachen überlässt er ihr den schönen Baum.

In der Umgebung von Lenzburg unterhalten die Forstdienste Lenzia vier Pflanzgärten mit Weihnachtstannen. «Ein Geschäft machen wir damit nicht, wir tun das mehr aus Goodwill», sagt Frank Haemmerli. Der Stadtoberförster beklagt den seit Jahren sinkenden Absatz bei den Weihnachtsbäumen. Der Forstbetrieb Lenzia hat immer mehr Konkurrenz von Grossverteilern. In den letzten 13 Jahren hat sich die Zahl der verkauften Weihnachtsbäume von 865 auf 426 Stück halbiert.

Dass die Weihnachtsbaumschulen des Forstbetriebs trotzdem noch mehrere hundert Kunden haben, liegt auch an Gutscheinen, die die Ortsbürger der am Forstbetrieb beteiligten Gemeinden erhalten. Die Gutscheine sind ein Dankeschön für die Zusammenarbeit im Wald. Ausserdem kann der Forstbetrieb Sonderwünsche erfüllen. Vier, fünf Meter grosse Bäume für Schulen, Gemeindehäuser und grosse Plätze kommen von hier.

«Heute geht der Trend ausserdem wieder eher zum regionalen Bio-Baum», sagt auch Markus Schmid. Er muss es wissen. Seit seiner Lehre vor über 30 Jahren arbeitet der Förster im Betrieb Lenzia, seit zwei Jahrzehnten ist er für die Weihnachtsbäume verantwortlich. Die IG Suisse Christbaum pflichtet Schmid bei. Zwar sieht sie eine «Überproduktion ausländischer Anbieter, die in der Schweiz auf den Markt drängen», schreibt sie in ihrer jährlichen Preisempfehlung für Weihnachtsbäume. Doch: «Gute Qualität ist hierzulande weiterhin gesucht.»

Markant ist der Abschied von der Rottanne. «Noch vor 50 Jahren stellte sie den Standard-Weihnachtsbaum von Herrn und Frau Schweizer», sagt Markus Schmid. Das hat sich in der Zwischenzeit geändert.

Heute wollen die meisten Weihnachtsbaumkäufer eine Nordmanntanne. Sie hält gut vier Mal länger als eine Fichte, ist aber auch gut doppelt so teuer. Bis sie zum Weihnachtsbaum taugt, braucht sie wesentlich länger als die Fichte. «Acht Jahre gegenüber den fünf einer Rottanne», sagt Markus Schmid. Ausserdem ist ihr Schutz aufwendiger: «Auch die Rehe mögen sie».

Tipps des Fachmanns

Damit die Tannenbäume viel Freude bereiten, hat Experte Markus Schmid einige hilfreiche Tipps parat: «Es empfiehlt sich, am Stammende eine Scheibe abzusägen, bevor der Baum ins Wasser gestellt wird. So werden die vom getrockneten Harz verschlossenen Wasserbahnen wieder geöffnet. Die Rinde sollte dabei möglichst unverletzt bleiben, denn über sie nimmt der Baum das Wasser auf. Ebenfalls nicht schaden kann es, den Baum ab und zu mit Wasser zu besprühen. So bleibt er frischer. Und letztlich spielt auch die Temperatur eine wichtige Rolle: Wer die Temperatur etwas reduziert, hat mehr vom Baum.»

In der Pflanzschule erledigen Förster Markus Schmid, Lehrtochter Amira Ishteiwy und ihre Kolleginnen und Kollegen seit einiger Zeit nicht mehr alle Arbeit allein: Seit vielen Jahren übernimmt die Schuljugend das Anpflanzen der Jungtannen.

Und so wird auch in diesem Jahr so in mancher Lenzburger Stube ein Weihnachtsbaum stehen, der von Lenzburger Kindern in die Erde gesetzt wurde.

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