Möriken-Wildegg
Seidenreiher, Bartmeise und Co. haben ihr neues Zuhause bezogen

Mit Musik, Ansprachen und Ehrengast Pepe Lienhard wurde die neue Voliere auf Schloss Wildegg offiziell eingeweiht. Der Trägerverein hat damit sein Ziel, die Voliere für die nächsten Generationen zu erhalten, erreicht.

Hanny Dorer
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Die neue Voliere auf Schloss Wildegg ist jetzt offen
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Drei Vogelhäuschen im Chriesibaum warten auf Spenden.
Die neue dreiteilige Voliere rief bei den Besuchern an der offiziellen Einweihung grosse Begeisterung hervor.
Pepe Lienhard outete sich als Vogelfan.
Kulturminister Thomas Pauli überbrachte vier Federn.

Die neue Voliere auf Schloss Wildegg ist jetzt offen

«Alle Vögel sind schon da» spielte die Musikgesellschaft Möriken-Wildegg zum Auftakt der Einweihungsfeier der neuen Voliere auf Schloss Wildegg. Und tatsächlich haben rechtzeitig auf die Eröffnung alle Bewohner im neuen Zuhause Einzug gehalten.

«Es ist ein besonderer Tag für alle Vogelfreunde», begrüsste Susi Arnold, Präsidentin des Trägervereins, die trotz unsicheren Wetterbedingungen äusserst zahlreich erschienenen Gäste vor der neuen Voliere. Sie wand den Handwerkern ein Kränzchen für ihre hervorragende und termingerechte Arbeit. «Seit der Baubewilligung ist nur gerade ein halbes Jahr vergangen, bis wir heute die neue Voliere einweihen können.»

Thomas Pauli, Aargauer Kulturminister, brachte vier Federn mit, die noch aus der alten Voliere stammen. Die erste Feder stehe für seine Zeit als Direktor des Museums Aargau, als er sein Büro auf Schloss Wildegg hatte und den Abbau der alten sowie den Bau der neuen Voliere samt Begleitgeräuschen hautnah miterlebte. «Die zweite Feder steht dafür, dass ich vor drei Jahren mit meiner Familie nach Wildegg gezogen bin», führte Pauli weiter aus. Die dritte Feder widmete er seinem neuen Amt als Kulturminister «und auch ein wenig meinem Vorgänger Hans Ulrich Glarner». Die vierte Feder schliesslich sollte den glücklichen Ausgang der Partnerschaft zwischen der Stiftung Schloss Wildegg und dem Trägerverein Voliere Schloss Wildegg symbolisieren und schliesst den Dank an alle Beteiligten ein.

Peter Sandmeier, Vizepräsident des Trägervereins und vogelkundiger Tierarzt, stellte die Bewohner der neuen Voliere vor. Die Felsvoliere teilen sich Seidenreiher und Waldrappen. In der mittleren Voliere hausen Bienenfresser, Bartmeisen, Säbelschnäbler, Zwergtaucher und Zwergdommeln.

Die dritte Voliere stellt den Übergang zum Rosengarten dar und beherbergt Vögel aus dem asiatischen Raum, wie Chinasittiche, Pflaumenkopfsittiche, Mandarinenten und Lappenkiebitze. «Ich hoffe, dass alle gedeihen und werde mich dafür einsetzen», versprach Peter Sandmeier.

«Vögel waren schon immer meine Lieblingstiere», bekannte Pepe Lienhard. Er besitzt selber eine Voliere und besucht auf seinen Auslandreisen regelmässig die Zoos in ganz Europa. So erstaunt es nicht, dass er auch die Schlossvoliere Wildegg kennt. «Mein erstes Schulschätzeli stammte aus Möriken», verriet er. Pepe Lienhard war es auch, der die Bienenfresser organisiert und der Voliere ein Bartmeisenpaar gespendet hat. «Diese unscheinbaren Vögeli sind mir ans Herz gewachsen», sagte er.

Als Kassier wies René Hohl auf den Spendenbaum hin, den drei hölzerne Vogelhäuschen als Kässeli schmücken. «Wir sind auf Gönner und Sponsoren angewiesen, erklärte er dazu. Zwar habe sich die Stiftung Schloss Wildegg mit 180 000 Franken am Neubau beteiligt, gekostet habe die neue Voliere aber rund eine Viertelmillion. Ausserdem sei mit Unterhaltskosten von 15 000 bis 20 000 Franken jährlich zu rechnen. Neu kann auch eine Patenschaft für eine Vogelart übernommen werden.

Die Einweihungsfeier auf dem Schloss wurde zum richtigen Volksfest. Nach dem «Apéro riche», umrahmt von der Musikgesellschaft, sass man noch lange in der Festwirtschaft zusammen und freute sich an der schönen neuen Voliere.