Zwischen griechischen Inseln Segeln lernen, Begegnungen mit Walen dokumentieren und Strände von Abfall befreien: Das bieten Robert Wittmer, Vera Zingg und Marco Waldner ab April auf ihren siebentägigen Segelexpeditionen an.

Die Idee dazu kam Robert Wittmer vor einem Jahr. Der 31-jährige Hunzenschwiler segelte bei einem geführten Törn als Skipper mit. Dabei prägte ihn ein Erlebnis ganz besonders: «Wir ankerten in einer schönen Bucht – und dann kamen Speedboote angefahren, um die anderen Segler für eine Party an Land abzuholen.» Die Reise sei alles andere als nachhaltig und im Einklang mit der Natur gewesen.

Also entschied sich der gelernte Polymechaniker, der heute als Videoeditor beim Schweizer Radio und Fernsehen arbeitet, eigene Expeditionen anzubieten, bei der die Mitreisenden auch etwas für die Umwelt tun können. Unterstützung erhielt er von seinen beiden Arbeitskollegen, der Texterin Vera Zingg und dem Skipper Marco Waldner.

Segler erfassen Forschungsdaten

In der Nähe von Athen segelt die maximal achtköpfige Crew auf dem fast 16 Meter langen Boot los. In den sieben Tagen auf dem Wasser besuchen die Segler die Inseln Poros und Milos oder die kleinen Häfen Hydra und Spetses. Unterwegs springen sie von Klippen, schnorcheln im tiefblauen Wasser und ernähren sich vorwiegend vegetarisch.

Mindestens einmal pro Woche sammeln die Segler Abfall am Strand ein oder fischen Plastik aus dem Meer und dokumentieren, was dabei zusammenkommt. «Das ist zwar keine schöne Arbeit», sagt Wittmer, «aber wir können so einen Teil zu einer sauberen Umwelt beitragen». Abfallsammeln ist ein wichtiger Bestandteil der Segelexpeditionen von Wittmer und seinem Team, die auf die Verschmutzung der Meere aufmerksam machen und zum Nachdenken anregen wollen. «Wenn man sieht, wie viel Abfall so zusammenkommt, lebt man danach viel bewusster.»

Auch einen Beitrag zur Forschung wollen die Segler leisten. «Das ruhige Wasser vor den griechischen Inseln eignet sich nicht nur gut für Anfänger, sondern ist auch wissenschaftlich noch wenig erforscht», sagt Wittmer. So bestünden kaum Daten darüber, wo wie viel Plastik im Meer herumschwimmt oder an den Strand gespült wird.

Auch darüber, welche Meeressäuger sich wann wo bewegen, sei kaum erforscht. Deshalb dokumentieren die Segler jede Begegnung mit Delfinen oder Walen und leiten diese an die Meeresbiologin Silvia Frey weiter. Frey arbeitet für die Schweizer Non-Profit-Organisation «OceanCare», die sich mit Forschungs- und Schutzprojekten für den Schutz von Meeressäugern und deren Lebensraum einsetzt.

Meeresbiologin segelt mit

Jeder siebentägige Törn stellt ein anderes Thema ins Zentrum. Beim ersten segelt Meeresbiologin Silvia Frey mit und hilft beim Sammeln der Forschungsdaten. Bei einem anderen dreht sich die Reise ums Klettern und Slacklinen, bei dem Wagemutige auf einem gespannten Gurtband über das Wasser balancieren. Als Special Guest reist Benj Herren von der «SlackAttack Crew» aus Bern mit.

Bei ein paar Törns hat es noch Plätze frei, jene im Juni bis August sind fast alle schon komplett ausgebucht. Robert Wittmer: «Das ist für uns eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.»