Seetal
Seetalkonferenz fördert Kooperationen über die Kantonsgrenze hinaus

Mit der ersten Seetalkonferenz in der Seenger Mehrzweckhalle trat die Arbeitsgruppe Kantonsübergreifendes Entwicklungskonzept (KEK) erstmals an die Öffentlichkeit. Und ein hochkarätiges Podium sprach über die Entwicklung der Region.

Fritz Thut
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Im Zentrum der Seetalkonferenz in der bi-kantonal beflaggten Seenger Mehrzweckhalle stand ein hochkarätiges Podiumsgespräch. Annika Bütschi

Im Zentrum der Seetalkonferenz in der bi-kantonal beflaggten Seenger Mehrzweckhalle stand ein hochkarätiges Podiumsgespräch. Annika Bütschi

Mit der ersten Seetalkonferenz in der Seenger Mehrzweckhalle trat die Arbeitsgruppe Kantonsübergreifendes Entwicklungskonzept (KEK) erstmals an die Öffentlichkeit. Gut 150 Teilnehmer liessen sich unter einer grossen Aargauer und Luzerner Fahne von einem hochkarätig besetzten Podium über mögliche Entwicklungen des Seetals informieren.

Im September 2011 hatten der Regionalplanungsverband Lenzburg-Seetal und die Idee Seetal AG den KEK-Vertrag unterschrieben. Was damals auf dem Hallwilersee auf der Kantonsgrenze besiegelt wurde, soll Kooperationen über die Kantonsgrenze hinweg auslösen.

Seetal-Identität mit Projekten

Mit der Seetalkonferenz wollte man erstmals ein äusseres Zeichen setzen und nicht nur kleinere Projekte, sondern mögliche langfristige Entwicklungen ins Auge fassen.

«Der Wille, grenzübergreifend zu denken, muss von innen, aus der Bevölkerung wachsen», lieferte der Luzerner Regierungsrat Reto Wyss schon zu Beginn des vom Aargauer Regierungssprecher Peter Buri moderierten Podiumsgesprächs die Kernerkenntnis.

Um dieses freie Denken zu fördern, braucht es laut Professor Peter Baccini (Römerswil), der mit seinem Einstiegsreferat die Diskussion lanciert hatte (vergleiche Artikel unten), «gemeinsame Projekte, die zu einer eigenen Seetaler Identität führen».

Das bisherige Fehlen des gemeinsamen Wir-Gefühls hat verschiedene historische Gründe, doch gab es bereits früher Ausnahmen, wie aus dem später einbezogenen Publikum erinnert wurde: «Die Seetalbahn-Rettung war eine erste gemeinsame Aktion.»

Auf der Suche nach neuen solchen Projekten wird man vielleicht wieder im Verkehrsbereich fündig. Wegen der fehlenden öV-Verbindung in den Aargau verspürt ein Aescher Vertreter die Kantonsgrenze immer noch als einen «Röstigraben».

Wichtige Verkehrsfragen

Die Bedeutung der Verkehrswege strichen auch die beiden Wirtschaftsvertreter auf dem Podium hervor. Ulrich Ziegler, CEO der Rollstar AG in Egliswil, fühlt seine Firma «mit dem Bus gut erschlossen». Viele Mitarbeiter wohnten zudem in der Region und kämen mit dem Velo zur Arbeit: «Fitte Mitarbeiter, um fit für den Weltmarkt zu sein.»

«Die Erschliessung ist wichtig», betonte auch Mark Bachmann, Verwaltungsratsdelegierter der Hochdorfer 4B-Gruppe: «Zum Anschluss ans Autobahn-Netz brauchen wir die Talstrasse», richtete er eine klare Forderung an den Luzerner Regierungsrat.

Strassen abseits der Ortskerne, ein lückenloses Radwegnetz, öV auf beiden Talseiten, aber auch Konzentration von gewissen Spezialbauzonen figurieren auf dem Wunschzettel von Seetalern.

Der Aargauer Regierungsrat Urs Hofmann nahm das Stichwort Raumplanung dankbar auf. «Das sind aktuelle Herausforderungen für die Regionen.» Er selber habe nicht den Eindruck, dass sich das Seetal vernachlässigt fühle: «Für uns ist dies, was das Wohnen betrifft, eine Boom-Region. Da muss man eher bremsen.»

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