Am nächsten Montag startet ein Statthalter der Regionalpolizei (Repol) Lenzburg als Postenchef der Repol Seetal in Seengen. Damit wird das Führungsvakuum nach den Abgängen von Repol-Seetal-Chef Martin Ott (am nächsten Mittwoch) und seinem Stellvertreter Patric Nussli (schon erfolgt) geschlossen (az von gestern).

Mit dieser Disposition konnte auf operativer Ebene eine Übergangslösung gefunden werden, die Kontinuität gewährleistet. Für die Sicherheit der Bevölkerung im Seetal «ändert sich somit nichts», ist der Ausschuss der Repol Seetal überzeugt.

Mit der getroffenen Lösung mit der Repol Lenzburg haben die Vertreter der Gemeinden der Repol Seetal (Boniswil, Dürrenäsch, Egliswil, Fahrwangen, Hallwil, Meisterschwanden, Sarmenstorf, Seengen und Seon) erreicht, dass der Posten im 2008 eigens erstellten Polizeigebäude erhalten bleibt.

Zu klein, zu kompliziert

Dies soll auch so bleiben, wenn die Repol Seetal als eigenständige Organisation verschwunden sein wird und sich die Seetaler Gemeinden der Repol Lenzburg angeschlossen haben werden. Im Hintergrund – auf Ebene Politik und Verwaltung – laufen die Vorbereitungen für diesen fundamentalen Wechsel, der von aussen auch als Fusion betrachtet werden könnte, auf Hochtouren.

Der Doppelabgang an der Spitze der Repol Seetal hat verschiedene grundsätzliche Probleme der bei der Repol Seetal aufgezeigt. Mit sieben Polizisten ist das Korps zu klein, um die geforderten Dienstleistungen, zum Beispiel Patrouillentätigkeiten, zu erbringen.

Vorlage an der Winter-Gmeind

Zum Zweiten ist die vertragliche Basis der Repol Seetal äusserst schwerfällig. Grundsatzentscheide müssen von allen Gemeinden genehmigt werden. Beispielsweise mussten bisher die Gemeindeversammlungen an allen neun Orten Pensenanpassungen gutheissen. Diese langen Entscheidungswege waren ein Hauptgrund für die Kündigung von Polizeichef Martin Ott.

Aus aktuellem Anlass hat man bei den Repol-Seetal-Gemeinden eingesehen, dass die bisherige Organisationsform mit den extrem föderalistischen Strukturen nicht mehr zeitgemäss ist. Vor dem Hintergrund der zu kleinen Grösse hat der Führungsausschuss alle Varianten für die Zukunft intensiv geprüft und schlägt nun den Anschluss an die Repol Lenzburg vor.

Bis Ende Juli haben die Gemeinderäte der Seetal-Gemeinden Zeit ihr Ja zum Anschluss an die Repol Lenzburg zu bestätigen. Treffen die erwarteten Zusagen ein, geht es Schlag auf Schlag: Die Vorlagen für die Auflösung der Repol Seetal und den Beitritt an die Repol Lenzburg werden ausgearbeitet und an den Wintergemeindeversammlungen dem Souverän vorgelegt. In welcher Form die bisherigen 12 Mitgliedgemeinden der Repol Lenzburg die Erweiterung Richtung Süden ebenfalls noch genehmigen müssen, ist noch offen.

Vorfreude beim Repol-Chef

Auf organisatorischer Ebene zeichnen sich im Hinblick auf die Zusammenführung der beiden Repols keine Probleme ab. Ein grösseres Polizeikorps biete viele Vorteile, ist Ferdinand Bürgi, der Leiter der Repol Lenzburg, überzeugt: «Ich habe ein sehr positives Gefühl.» Eine Polizei, zuständig für gut 50 000 Einwohner in 21 oder gar 22 Gemeinden mit rund zwei Dutzend Polizisten, sei «eine tolle Sache».

Bürgi stellt in seinen Plänen stets den Bürger ins Zentrum; er dürfe von den Veränderungen nichts spüren: «Wir müssen unsere Dienstleistungen weiter verbessern. Wir wollen da noch eine Schippe nachlegen.» Bereits in diesem August sind zusätzliche Patrouillen vorgesehen.