Für einen optisch noch intakt scheinenden Rad- und Fussweg-Durchgang von rund 50 Meter Länge erscheint der Betrag angesichts der notorisch beklagten Finanzprobleme reichlich hoch. Doch es ist nicht ausgeschlossen, dass durch dieses Nadelöhr schon bald der Neubau des Bezirksgerichtes und der Kantons- und Regionalpolizei teilweise erschlossen werden muss.

Am Südende des Tunnels, durch den zwischen 1895 und 1984 die Seetalbahn zwischen Lenzburg und Wildegg verkehrte, liegt das Zweifelareal. Auf diesem Grundstück könnte ein Ersatzbau für das Bezirksgebäude am Metzgplatz, das sanierungsbedürftig ist und 2014 verkauft werden soll, erstellt werden. Die Stadt muss Ersatz anbieten und das Zweifelareal ist eine der wahrscheinlichsten von vielen zu prüfenden Varianten.

«In recht gutem Zustand»

In der stadträtlichen Botschaft steht, dass der Tunnel «für sein Alter in recht gutem Zustand» ist. Trotzdem sind verschiedene «typische Altersschäden» zu beheben. Am teuersten ist die Sanierung des Gewölbes. Zudem soll im Hinblick auf die spätere Nutzung ein Trottoir von der Fahrbahn abgesetzt werden.

Total wird für die Gesamtsanierung des Tunnels, der auf der Südseite während dem Bau des dritten Gexi-Gleises bereits eine neunmetrige Verlängerung um einen Betonkasten erfuhr, 450000 Franken kosten.

Geografisch ganz in der Nähe ist ein weiteres Bauvorhaben, für das die Einwohnerräte Geld zu sprechen haben. Für eine recht kurze Meteorwasserleitung zwischen der Ecke des Finnova-Gebäudes bis zum Aabacheinlass ennet der Sägestrasse braucht es einen Bruttokredit von 125000 Franken. Die effektive Belastung für die Stadt wird nur 20000 Franken betragen, da die Baukosten anteilsmässig an die beteiligten Grundeigentümer aufgeteilt werden.

Zwei Strassensanierungen

Tunnel und Meteorwasserleitung sind nicht die einzigen Tiefbau-Vorhaben, mit denen sich der Einwohnerrat am Donnerstag befassen muss.

Die Martha-Ringier-Strasse (parallel zur Ortsbürgerüberbauung Viehmarktareal gelegen) soll für 185000 Franken auf einer Länge von 105 Metern saniert werden.

Zudem kostet die Sanierung der Wässermatte – hart an der Grenze zu Staufen, aber vollständig im Lenzburger Bann gelegen – 159000 Franken.