Seengen

Seenger Jugend erhält ihren heissgeliebten Treff zurück

Jeden zweiten Freitag gibt es an der Bar im Jugendtreff wieder alkoholfreie Drinks zu bestellen – und die eine oder andere Flirtgelegenheit.

Jeden zweiten Freitag gibt es an der Bar im Jugendtreff wieder alkoholfreie Drinks zu bestellen – und die eine oder andere Flirtgelegenheit.

Nach einer einjährigen Pause ist der Jugendtreff wieder offen - mit bewährtem Konzept. Für den Jugendtreff verantwortlich ist die neu ins Leben gerufene Jugendkommission der Gemeinde Seengen und nicht mehr die Kirchgemeinde.

Mehr als ein Jahr mussten sich die Seenger Teenager gedulden: Seit Freitag nun ist der Jugendtreff im Kirchgemeindehaus wieder in Betrieb. Jeden zweiten Freitagabend können die Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren dort Pizza essen, tanzen und flirten.

Geändert hat sich seit der Schliessung im Mai 2011 nur etwas: Für den Jugendtreff verantwortlich ist die neu ins Leben gerufene Jugendkommission der Gemeinde Seengen und nicht mehr die Kirchgemeinde. Grund dafür ist ein Vorfall im letzten Jahr: Damals verletzte ein Jugendlicher einen anderen Jugendlichen bei einem Streit nahe dem Jugendtreff mit einem Messer. «Damit war eine Dimension erreicht, in welcher die Kirchgemeinde die Verantwortung nicht mehr allein tragen konnte», sagt David Lentzsch, Pfarrer und Mitglied der Jugendkommission. Beim Gemeinderat sei die Kirchgemeinde mit ihrem Anliegen, die Verantwortung der politischen Gemeinde zu übertragen, auf offene Ohren gestossen.

Neues Jugendkonzept bis 2013

Die in der Folge gegründete fünfköpfige Jugendkommission setzt sich aus Vertretern von Gemeinden, Schulpflege, Eltern und Kirche zusammen. Sie hat neben der Gesamtverantwortung für den Jugendtreff eine weitere Aufgabe: Bis Ende 2013 soll ein Jugendkonzept vorliegen. «Darin soll geklärt werden, was sich die Jugendlichen bezüglich Jugendarbeit vorstellen und was davon umsetzbar ist», sagt Gemeinderat Dieter Gugelmann. Denkbar sei, in bestimmten Bereichen wie beim Jugendarbeiter oder bei Anlässen zusammenzuarbeiten. Konkrete Gespräche fanden jedoch noch nicht statt.

99 Besucher in kurzer Zeit

Bis das neue Jugendkonzept jedoch steht, wird der Jugendtreff im gewohnten Rahmen weitergeführt. «Es war ein bewusster Entscheid, am alten Konzept festzuhalten», sagt David Lentzsch. Auf diese Weise habe verhindert werden können, dass sich die Pause noch mehr in die Länge zog. Denn der Seenger Pfarrer ist überzeugt, dass es den Jugendtreff dringend braucht. «Das Bedürfnis ist vorhanden. Allein in den ersten eineinhalb Stunden des Eröffnungsfests vom vergangenen Freitag sind 99 Besucher gekommen.»

Bedenken, dass es erneut zu gewalttätigen Auseinandersetzungen auf dem Areal kommt, hat Lentzsch nicht. In der Vergangenheit habe es nur vereinzelt Probleme gegeben. Auch mit Alkohol, der im Jugendtreff verboten ist, erwartet David Lentzsch keine grösseren Probleme. Und wenn es doch Schwierigkeiten geben sollte, sind drei Erwachsene anwesend, die zur Not eingreifen könnten.

Die Aufsichtspersonen - alles Eltern - machen auf dem Areal von Zeit zu Zeit Rundgänge, halten sich ansonsten aber im Hintergrund. «Kleinere Störungen in Bezug auf Lärm und Abfall müssen wohl trotzdem in Kauf genommen werden.» Diese sollen aber so klein wie möglich gehalten werden. «Ganz ohne Probleme lässt sich jedoch kein Jugendtreff führen», sagt Lentzsch.

Der Jugendtreff ist während der Schulzeit alle zwei Wochen am Freitagabend bis 23 Uhr geöffnet. Eingeladen sind Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren aus den Gemeinden Seengen, Boniswil, Egliswil, Hallwil und Leutwil.

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