Seengen
Grüngut illegal im Wald entsorgt: «Es ist eine Schweinerei»

Grün zu Grün? Nein, Grüngut gehört in der entsprechenden Sammlung entsorgt – und nicht im Wald. Denn Goldrute, Lorbeer und Co. schaden der heimischen Vegetation.

Eva Wanner
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Werden Pflanzen wie die Goldrute im Wald «entsorgt», breiten sie sich aus und verdrängen die heimische Vegetation.

Werden Pflanzen wie die Goldrute im Wald «entsorgt», breiten sie sich aus und verdrängen die heimische Vegetation.



Symbolbild: zvg

«Ich verstehe es einfach nicht», sagt Matthias Bruder, Förster des Reviers Rietenberg (umfasst Dintikon, Egliswil, Hendschiken, Seengen, Villmergen). Er kann nur den Kopf schütteln, wenn er Abfall im Wald findet. Und das tut er regelmässig.

Bruder und andere Gemeindemitarbeiter finden regelmässig Sperrgut, «teilweise ganze Nester von Stühlen». In letzter Zeit betrifft es aber vermehrt Grüngut. Es handle sich weniger um Küchenabfälle, als vielmehr um alles, was im Garten so geschnitten wird. «Rasenschnitt, Goldregen, Lorbeer», zählt Bruder auf, «und vieles mehr.»

Gartenpflanzen bedrohen den Wald

Bruder spricht offen aus, was er von der illegalen Abfallentsorgung hält: «Es ist eine Schweinerei». Und zwar eine mühsame. Für die Personen, welche die Abfälle dann am richtigen Ort entsorgen müssen – auf Kosten der Steuerzahler, notabene. Grüngut im Wald loszuwerden, ist aber auch schädlich und bedroht die Vegetation.

Die Goldrute und der Lorbeer beispielsweise sind invasive Neophyten. Sprich: Sie gehören nicht in den örtlichen Wald; haben sie dort aber die Möglichkeit sich auszubreiten, tun sie das exzessiv. Und verdrängen damit die heimischen Pflanzen. Sie wachsen schnell und stark, begraben quasi den Waldboden unter sich und entziehen Pflänzchen und Baumwurzeln so das Licht. Nur weil etwas im Garten schön aussieht, tut es dem Wald also noch lange nicht gut.

Bei Nacht und Nebel unterwegs

«Die Abfallentsorgung in der Schweiz ist gut geregelt», sagt Bruder, und sie sei einfach machbar. Informationen über die jeweilige Entsorgung finden sich auf jeder Gemeinde. Dafür, dass trotzdem immer wieder Grün- und Sperrgut im Wald landen, sieht der Förster deshalb nur ein Motiv: Geld. Die Entsorgung irgendwo im Grünen kostet nichts. Zumindest nicht direkt. Denn eben; auch die Ressourcen, die benötigt werden, um den Wald wieder zu säubern, kosten Geld.

Bezeichnend sei, dass die Güter oft am Waldrand abgeladen werden. «An Stellen, die man in der Nacht ‹gäbig› mit dem Auto erreichen und ungesehen wieder wegfahren kann.» Die Leute sind sich also offenbar bewusst, dass sie etwas Verbotenes tun. Sie verstossen mit dem Verhalten gar gegen das Bundesgesetz über den Umweltschutz, denn dort heisst es: «Abfälle dürfen nur auf Deponien abgelagert werden.» Der Wald ist keine.

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