Werkhof Lenzburg
Schwierige Suche nach Brandursache: «Es kann kaum mehr etwas rekonstruiert werden»

Experten führen den Brand des Forstwerkhofs auf einen technischen Defekt zurück. Die Gemeinde zeigt sich erleichtert.

Ruth Steiner
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Werkhofbrand in Lenzburg
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Um 5.45 Uhr ging der Alarm los – Feuerwehr und Polizei rückten sogleich zu einem Grossbrand aus.
Zwischenzeitlich stand das Gebäude in Vollbrand.
Der Forstwerkhof um 5.59 Uhr.
Der Forstwerkhof um 6.05 Uhr.
Der Forstwerkhof um 6.04 Uhr.
Es bildete sich eine grosse Rauchsäule am Himmel.
Hier sind die Löscharbeiten noch in vollem Gang.
Im Gebäude befinden sich hauptsächlich Arbeitsräume, Maschinen und Geräte.
Der Schaden ist gross. Nach ersten Erkenntnisse gibt es keine Verletzten.

Werkhofbrand in Lenzburg

Pascal Meier

Knapp zwei Wochen nach dem Grossbrand im Forstwerkhof haben die Brandermittler der Kantonspolizei ihre Untersuchungen vor Ort abgeschlossen und das Resultat veröffentlicht. «Der Brandherd konnte im Bereich eines Elektrotableaus lokalisiert werden», heisst es in einer Mitteilung. Und weiter: «Ein technischer Vorgang innerhalb dieser Anlage steht daher als Ursache im Vordergrund.»

Die ausgebrannten Autos und Anhänger werden abtransportiert und den Versicherungsexperten zugeführt.
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Nach dem Grossbrand bleiben mehrheitlich Schutthaufen zurück.
Oberförster Frank Haemmerli (rechts) entdeckt gemeinsam mit Stadtrat und Ortsbürger-Vorsteher Martin Stücheli in den Trümmern ein angesengtes Dokument.
Die ausgebrannten Autos und Anhänger werden abtransportiert und den Versicherungsexperten zugeführt.
 Am Tag danach nehmen Oberförster Frank Haemmerli (helles Oberteil) und Stadtrat und Vorsteher des Ressorts Ortsbürger Martin Stücheli einen Augenschein in der Brandruine.
Beim Brand des Forstwerkhofs wurde praktisch alles ein Raub der Flammen
Beim Brand des Forstwerkhofs wurde praktisch alles ein Raub der Flammen

Die ausgebrannten Autos und Anhänger werden abtransportiert und den Versicherungsexperten zugeführt.

Ruth Steiner

Bernhard Graser, Mediensprecher der Kantonspolizei, bezeichnet eine derartige Brandursache als Klassiker. Zwar wisse man, wo sich das Feuer entwickelt habe, doch liessen sich die genauen Umstände wegen der grossen Zerstörung nicht mehr klären. «In den verkohlten Resten kann kaum mehr etwas richtig rekonstruiert werden.» Was letztendlich das Feuer ausgelöst habe, wäre selbst für die Brandermittlung alles reine Mutmassung, erklärt Graser auf Anfrage. In eine Richtung gibt er jedoch Entwarnung: «Fahrlässigkeit und Brandstiftung können ausgeschlossen werden.»

Spekulationen über mögliche menschliche Einwirkungen waren aufgekommen, weil bereits vor rund acht Monaten nur wenige hundert Meter vom jetzigen Brandort entfernt, auf dem Wisa-Gloria-Areal Feuer ausgebrochen war. Dieses hatte die alten Lagerhallen vollständig zerstört. Auch dort war der Brand in den frühen Morgenstunden ausgebrochen, auch dort konnte zu dieser Zeit davon ausgegangen werden, dass niemand zu Schaden kommt. Und auch dort gehen die Ermittler von einem technischen Defekt aus.

Schaden noch unklar

Martin Stücheli, Stadtrat Ressortvorsteher Ortsbürger

Martin Stücheli, Stadtrat Ressortvorsteher Ortsbürger

AZ

Bei den Forstdiensten Lenzia und der Ortsbürgergemeinde Lenzburg, der die Liegenschaft gehört, atmet man nach Bekanntwerden der Untersuchungsergebnisse auf. «Wir sind sehr froh, dass man festmachen konnte, dass ein technischer Defekt und nicht Brandstiftung zum Ausbruch des Feuers geführt hat. Wäre es anders gewesen, hätte das in Lenzburg ein ungutes Gefühl ausgelöst», sagt Martin Stücheli. Er ist im Stadtrat für den Forst und die Ortsbürger zuständig. Was die Schadenssumme anbelangt, kann Stücheli noch keine Angaben machen. Es seien noch nicht alle Schätzungen abgeschlossen, erklärt er.

Die Forstdienste Lenzia haben ihren Stützpunkt vor neun Jahren in den 1,84 Millionen Franken teuren Neubau an die Werkhofstrasse nahe des Bahngeleises verlegt. Mit einem Fest war das Gebäude im Frühling 2008 eingeweiht worden. Das Feuer war in den frühen Morgenstunden des 7. Juni ausgebrochen und hatte sich rasend schnell verbreitet. Trotz Grosseinsatz der Regiofeuerwehr Lenzburg und der Feuerwehr Seon-Egliswil war der Forstwerkhof innert weniger Stunden vollständig ausgebrannt.

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