Monika Fehlmann aus Seon steht auf dem «Meier-Steg» in Tennwil und macht sich mit ihrem Mann zum Segeln bereit. Oh ja, sie wisse, wie man den Schwänen pfeifen müsse. Viele Jahre habe sie bei der Schifffahrtgesellschaft Hallwilersee bei Betriebsleiter Hans Häfeli gearbeitet, der ja auch «Schwanenvater» sei und habe den ganz besonderen «Pfiff» im Ohr, schmunzelt sie.

Nur sanft ins Brüten einwirken

Tatsächlich reckt sich ein Schwanenhals aus dem dichten Schilfgürtel, der fast in den Campingplatz hineinwächst. Hier hat sich das Tennwiler Schwanenpaar ein Nest gebaut und ist bei dieser Bruthitze, weitgehend unbeobachtet, fleissig am Brüten.

Obwohl man wegen der auffallend hohen Sterblichkeit von jungen Schwänen in den letzten Jahren weitgehend vom Eier-Dezimieren absah, hat Hans Häfeli anlässlich der ersten Kontrollfahrt mit seiner Frau Helena sanft ins Brutgeschäft der Tennwiler Schwäne eingegriffen.

Häfeli rechnet mit 30 Eiern

«Während der Badesaison watscheln die Schwäne ungeniert ins Arbeiter-Strandbad hinein und werden von den Badenden gefüttert», sagt der «Schwanenvater». Dies nehme mitunter auch störende Formen an, weshalb man auf Wunsch der Verantwortlichen ein wenig korrigiert habe.

Sechs Nester hat Häfeli auf der ersten Kontrollfahrt entdeckt. «Unterdessen müssten es deren sieben sein», meint er. Er rechnet mit 30 gelegten Eiern. Zwei Nester befinden sich in Aesch, je eines in Mosen, in Boniswil und bei der Fischzucht Meisterschwanden (in Nähe des Hotels Seerose). Immer noch am Probieren seien die «verlobten» Jungschwäne unweit des Frauenbades in Seengen.

Seezopf im Winter abgesperrt

Auf Anraten der kantonalen Verantwortlichen habe man die Fütterung der Schwäne reduziert und den Seezopf Meisterschwanden während des letzten Winters abgesperrt, erklärt Hans Häfeli. Die Tiere hätten sich aber kurzerhand in den Kanton Luzern nach Aesch abgesetzt.

Auf der Suche nach Futter seien sie auf Kulturland ausgewichen. «Zum Ärger der dortigen Bauern haben sie erhebliche Schäden angerichtet. So hat man die Probleme also nur in einen anderen Kanton verlagert».