Lenzburg
Schützengesellschaft wird 550 Jahre alt - und leistet sich eine neue Fahne

Die 550 Jahre alte Schützengesellschaft feiert im Herbst ein Fest mit neuem Emblem. Das gute Tuch wird über 14'000 Franken kosten. Die bisherige Fahne ist 60-jährige und ein Flickwerk.

Heiner Halder
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«An eine gewisse Klassik gebunden»: Schützenpräsidentin Madeleine-Cathérine Baumann vor der alten Fahne mit dem Entwurf des neuen guten Tuchs.

«An eine gewisse Klassik gebunden»: Schützenpräsidentin Madeleine-Cathérine Baumann vor der alten Fahne mit dem Entwurf des neuen guten Tuchs.

HH.

Die altehrwürdige Gesellschaft mit 235 Mitgliedern in fünf Sektionen und 25 Jugendschützen, die wieder zahlreiche Gold-, Silber- und Bronzemedaillen von regionalen, nationalen und internationalen Schiesswettkämpfen heimbrachten, ist gut aufgestellt. Ein halbes Hundert nahm an der Jahresversammlung in der Schützenstube teil und diskutierte die Geschäfte engagiert und emotional.

Im Gegensatz zu den rüstigen Schützen ist die 60-jährige Fahne fadenscheinig und ein Flickwerk geworden. Der vom Vorstand vorgelegte Entwurf mit blau-weissen Wellen auf blauem Grund und der Lenzburger Kugel weicht nicht viel vom alten Modell ab. «In unserem Alter sind wir an eine gewisse Klassik gebunden», begründet Präsidentin Madeleine-Cathérine Baumann das konservative Design.

Das gute Tuch, reine Handarbeit, wird 14 170 Franken kosten, welche die Mitglieder mit einem freiwilligen Zuschlag auf dem Jahresbeitrag von 60 Franken finanzieren sollen. Dagegen erhob sich keine Opposition.

Gegen «Schnellschuss»

Kontrovers diskutiert wurde hingegen das Gesuch der Jugendschützenleiter Werner Nyffeler und Karl Neuhaus, den Nachwuchs – aktuell 11 Gewehr- und 12 Pistolen-Schützen – als eigenständige Sektion in die Schützengesellschaft aufzunehmen. Diese sind dank aufwendiger Werbung und zeitintensiver Betreuung höchst erfolgreich.

Dass die Nachwuchsförderung für die SGL überlebenswichtig ist, wurde allseits anerkannt, und im Budget sind denn auch zusätzliche Beiträge eingestellt. Weil indes sowohl der Vorstand als auch die GV-Teilnehmenden mit dem Vorstoss völlig überrascht wurden und die Sektionsgründung die Änderung der Gesellschafts-Statuten bedingt, was zuvor traktandiert werden muss, wurde vor einem «Schnellschuss» gewarnt: Gut gemeint, aber falsch aufgegleist.

Der Vorstoss wurde zurückgewiesen und der Vorstand erhielt die Aufgabe, mit allen Betroffenen und Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Die Präsidentin, der Oberschützenmeister sowie die Leitenden der Pistolen- und der Combat-Sektion wurden im Amt bestätigt. Neu als Vertreter der Vorderladerschützen kommt Max Wittenbrink in den Vorstand. Er ersetzt den Schwarzpulver-Chef Urs Niggli, der für sein Engagement zum Ehrenmitglied ernannt wurde.