Lenzburg
Schützen-Vorstand macht «ad interim» weiter

Personal-Probleme plagen die altehrwürdige Schützengesellschaft Lenzburg seit langem, mehrere leitende Funktionen sind unbesetzt. Der Präsident und die Hälfte der Vorstandsmitglieder stellten sich nur «ad interim» für ein weiteres Jahr zur Verfügung.

Heiner Halder
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Präsident Thomas Glarner läutet seine letzte Runde ein. HH.

Präsident Thomas Glarner läutet seine letzte Runde ein. HH.

Thomas Glarner, seit vier Jahren im Amt, hat aus beruflichen Gründen (Hausarzt) seinen Rücktrittswunsch schon mehrfach kommuniziert, die Suche nach einem Nachfolger blieb indes erfolglos. Das Vizepräsidium blieb nach seinem Aufstieg zum Vorsitzenden unbesetzt. Nur mit Mühe konnten wichtige Funktionärsposten besetzt werden. Endlich löst Thomas Frey den ehemaligen Präsidenten Urs Müller als Aktuar ab. Ein Standwart 25/50 Meter ist gefunden. Die Jungschützenleiter sind nur notfalls, doch mit Erfolg, am Werk.

Aus den 237 (Vorjahr 229) Mitgliedern sollte es doch möglich sein, die Ämter zu besetzen. Es könne doch nicht sein, das arbeitsintensive Schützenpräsidium outsourcen oder einem bezahlten Profi überlassen zu müssen, appellierte Glarner an die 50 Versammlungsteilnehmer. Sie trafen sich im Müli-Kafi vom Altersheim, denn die Schützenstube ist wieder einmal geschlossen. Der neue Stubenwirt musste schon bald wieder entlassen werden, die Nachfolge ist noch nicht geregelt.

Neuer Revisor

Um dem Vorstand, vor allem aber der ganzen Basis, von welcher «ein Zeichen» erwartet wird, die Zeit zur Präsidentensuche zu verlängern, stellten sich Präsident Thomas Glarner und die fünf wieder zu wählenden Chargierten nochmals zur Wiederwahl. Aber dies ausdrücklich «ad interim» für ein Jahr. Somit sind die Leiter der Combat-Sektion, der Pistolensektion, die Redaktorin des «Schützenkamerad», der Oberschützenmeister und der Aktuar weiter in der Pflicht.

Als Revisor stösst neu Urs Müller hinzu. Nächstes Jahr müssen nochmals vier Funktionen besetzt werden. Gelingt das Vorhaben nicht, müsste der Betrieb auf ein Minimum herunter gefahren werden.

Erfolge trotz Personalsorgen

Trotz den Personalsorgen an der Spitze ist die Schützengesellschaft aber recht erfolgreich. Aus der Beteiligung am Eidgenössischen Schützenfest in Aarau resultiert ein Gewinn von 16000 Franken. Das Habsburgschiessen wurde ebenfalls mit Gewinn organisiert. Die neu erstellte 100-Meter-Anlage bewährt sich, sie kommt wegen zusätzlich notwendigen Bauten und Installationen allerdings für die Schützen um mindestens 5000 Franken teurer als budgetiert. Dank Sponsoring von vielen Seiten ist das 123000-Franken-Projekt finanziert. Die Rechnung 2011 schliesst mit 14666 Franken Verlust. Trotzdem bleibt der Grundbeitrag für die Mitglieder bei 60 Franken.

Für die Nachwuchsförderung kauft die Gesellschaft ein neues 10-Meter-Gewehr, fünf andere werden von Eltern, 300-Meter-Sektion und Pistoleuren finanziert. Stolz sind die Lenzburger auf ihre Meisterschützen: Peter Kressibucher ist Combat-Weltmeister, an den Schweizermeisterschaften holten seine Kollegen Michael Frey Gold und Heinz Sieber Bronze. Auch in andern Disziplinen werden Spitzenresultate erreicht. Wäre doch schade, wenn das alles mangels funktionierenden Funktionären verloren ginge.

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