Lenzburg

Schützen rüsten Anlage Lenzhard auf

Thomas Oertig zeigt, wo in der Schiessanlage Lenzhard künftig auf 100 Meter geschossen werden kann.  HH.

Thomas Oertig zeigt, wo in der Schiessanlage Lenzhard künftig auf 100 Meter geschossen werden kann. HH.

Mit dem Einbau einer 100-Meter-Schiessanlage in das bestehende Gelände verbessert die Schützengesellschaft Lenzburg (SGL) ihr Angebot an Disziplinen.

Diese Möglichkeit wurde schon bei dem Rekultivierungs-Konzept der Kiesgrube Lenzhard vorgesehen und soll nach dem einstimmigen Beschluss der Generalversammlung nun rasch realisiert werden. Die Vorderladerschützen führen vom 24. bis 26. Juni hier ihre Schweizer Meisterschaften durch.

Die Regionale Schiessanlage Lenzhard dient mehreren Schiessvereinen von Nachbardörfern. Die Lenzburger Schützengesellschaft selber gliedert sich in die Sektionen 300 Meter, Pistolen, Combat, Vorderlader, Kleinkaliber und 10 Meter auf.

Entsprechend vielfältig sind Nachfrage und Angebot an Schiess-Disziplinen. Mit der erneuten Aufrüstung der Anlagen können nun nebst den Vorderlader-Schützen auch weitere interessierte Kreise angesprochen werden.

Die Vorderladerschützen schätzen es, mit Steinschloss-Muskete und -Gewehr oder Perkussionsstutzern auch die 100-Meter-Distanz liegend auszutragen.

Hier können zudem alle Jagd- und 300-Meter-Kaliber auf speziellen Scheiben geschossen werden; so werden als Benutzer auch andere Vereine und private Benützer wie etwa Jäger oder Büchsenmacher erwartet. Für die Combat-Schützen wird einige Jahre später eine definitive Anlage ins Gelände gelegt.

Das Projekt sieht vier Laufscheiben, ähnlich der 50-Meter-Anlage, vor. Geschossen wird von der bestehenden 300-Meter-Plattform auf den Scheiben 1 bis 4 auf 80 Zentimeter hohen Lägern. Auf dem bereits erstellten 100-Meter-Wall werden Betonfundamente für die Kabelzüge und Schussfangkasten gesetzt.

Auf den vier Pritschen kann weiterhin auf 300 Meter geschossen werden, und erst noch komfortabler. Wie Urs Müller an der Generalversammlung betonte, braucht das Projekt kein Baugesuch, weil diese Ausbaumöglichkeit vom Stadtrat schon 2001 bewilligt und vom Eidgenössischen Schiessanlagenexperten bestätigt worden war.

Finanzierung auf vier Pfeilern

Die Finanzierung der benötigten rund 80000 Franken steht auf vier Pfeilern: Die Vorderladersektion schiesst ihr ganzes Vermögen von etwa 18000 Franken ein, an Spenden und Anteilscheinen sind schon mehr als die budgetierten 18000 Franken eingegangen, die Schützengesellschaft übernimmt 20000 Franken und der Sporttoto-Fonds rund 23000 Franken.

Herausforderungen gemeistert

Dass die Generalversammlung im Müli-Kafi des Lenzburger Alterszentrums durchgeführt wurde, ist nur bedingt der Konstitution der bald 550 Jahre alten Schützengesellschaft zuzuschreiben. Es fehlt eben eine Stubenwirtin für die Schiessanlage Lenzhard.

Ansonsten erfreut sich die Dachgesellschaft der Sportschützen guter Gesundheit. Präsident Dr. Thomas Glarner blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Schiesssportlicher Höhepunkt war die Beteiligung am Eidgenössischen Schützenfest Region Aarau auf dem Lenzburger Schiessplatz, die grosse Herausforderung die Waffenverbots-Initiative.

Mit ihrer polyvalenten Anlage bietet die SGL den verschiedensten Benützern optimale Gelegenheit, weiterhin ihrem Hobby zu frönen. Die nächste grosse Aufgabe wird bereits vorbereitet: Lenzburg organisiert am 1. Mai das Habsburgschiessen.

Die Finanzen sind im Lot. Die Mitgliederzahl bleibt mit 230 konstant. Der Nachwuchs im Pistolen- und Gewehrschiessen verzeichnet gute Resultate. In einigen Sektionen sind Weltmeister, Schweizer Meister und eine Aargauer Meisterin geehrt worden. Funktionäre liessen sich im Amt bestätigen. Vakant sind weiterhin der Vizepräsident, der Aktuar und ein Jungschützenleiter. Nächstes Jahr sind weitere wichtige Posten neu zu besetzen.

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